Onlineseminar zum Thema „Trennung“

Ich möchte euch heute auf eine spannende Veranstaltung hinweisen: Am 15. Januar 2018 darf ich auf elternweb2go ab 20:15 Uhr zum Thema: „Trennung/Scheidung – Und wie geht es meinem Kind? Wie wir Kinder in diesen Umbruchsituationen gut begleiten können“ referieren.

Gleich unterhalb findet ihr den genauen Termin. Das Angebot von elternweb2go ist kostenlos – ich freue mich auf zahlreiche Teilnahme!

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Ein Tag des Schenkens und Nächstenliebe – Der heilige Nikolaus

Morgen ist der 6. Dezember – Heiliger Nikolaus – ein Fixpunkt im Kalender der Adventszeit. Es ist ein Tag des Schenkens und der Nächstenliebe. Nachts werden Säcke, Socken oder Schuhe mit kleinen Geschenken, mit Nüssen und Mandarinen gefüllt.
Zurück geht dieser Brauch auf die Legende des Heiligen Nikolaus, der sein Vermögen heimlich mit dem Nachbarn geteilt hat, sodass dessen drei Töchter heiraten können. In weiterer Folge wurde der Heilige Nikolaus zum Bischof von Myra ernannt. Sein Anliegen blieb die Unterstützung der Armen.

Der große Mann mit weißem Bart
Für Kinder stellt dieser große Mann mit weißem Bart, mit seinem Stab, seinem Buch und seiner großen roten Bischofsmütze eine beeindruckende Person dar. Wenn er vor ihnen steht in voller Größe und mit seiner tiefen Stimme zu ihnen spricht und ein Säckchen überreicht. Sein Knecht Ruprecht bleibt dabei im Hintergrund, um die Kinder nicht zu erschrecken.

Liebe vs. Ermahnung
Oder sollte ich vielmehr sagen – sollte im Hintergrund bleiben!? Denn leider nutzen noch immer viele Erwachsene Sankt Nikolaus als „Erziehungstag“. Bevor der Nikolaus vor die Kinder tritt, wird ihm meist von den Eltern ein Zettel zugesteckt, auf dem ein paar Dinge stehen, die er zu dem jeweiligen Kind sagen soll. Ich finde es schade, dass Eltern diese Möglichkeit nicht vordergründig nutzen, um ihren Kindern zu sagen, wie toll sie sind, wie lieb sie sie haben und wie glücklich sie sind, dass sie da sind. Meist werden besser oder schlechter versteckte Ermahnungen eingebaut: Du musst bräver sein! Du musst besser auf deine Eltern hören! Du sollst dein Zimmer öfter aufräumen! Die Liste ist lang und stellt doch immer ein Bloßstellen der Kinder vor anderen dar.

Genießt gemeinsam!
Ihr, die ihr mich und meine Einstellung durch die verschiedenen Texte auf meinem Blog inzwischen kennt, wisst, dass ich dem Bloßstellen von Kindern sehr kritisch gegenüberstehe. Ich finde es nicht richtig, versteckte Botschaften zu schicken oder auch dies einer anderen Person zu übergeben. Wenn ich meinem Kind etwas zu sagen haben, dann muss ich das als Eltern selber mit ihm klären und ihm nicht vor versammelter Verwandtschaft durch eine dritte Person sagen lassen. Es ist für das Kind kein angenehmes Gefühl und verdirbt ihm auch diesen eigentlich sehr schönen Anlass.

Wenn wir zudem die Geschichte des Heiligen Nikolaus lesen und seine vielen guten Taten, dann war darin nie zu hören, dass er die Menschen kritisiert hat. Er steht vielmehr für gegenseitiges Helfen und Unterstützen, für Nächstenliebe. Es ist diese Botschaft, die unsere Kinder am 6. Dezember mitnehmen sollten.

Der verbotene Klaps auf den Po

Auf bunte.de wird aktuell noch einmal eine Studie der Universität Texas und der Universität von Virginia diskutiert, die zwar bereits im Jahr 2016 veröffentlicht wurde, deren Thema aber weiterhin nichts an Brisanz verloren hat: Der Klaps auf den Po.

Elisabeth Gershoff, die an der Studie mitgewirkt hat, beschreibt folgende zentrale Ergebnisse ihrer Studie: der „Klaps“ führt nicht dazu, dass Kinder sofort und auf lange Sicht anhaltend ihre Verhalten verbessern, sondern dass es vielmehr zu längerfristigen schädlichen psychischen Auswirkungen kommt. Diese Kinder zeigen unter anderem zunehmend aggressiveres Verhalten. Sie müssen auf der einen Seite mit der erlebten Verletzung und auch Demütigung umgehen. Auf der anderen Seite lernen sie durch die elterliche Erziehungsmethode, dass es schlagen muss, um seinen Willen durchzusetzen.

Wo bleibt die Veränderung?
Noch immer erlebt man in Befragungen oder in Gesprächen zu diesem Thema, dass Erwachsene verächtlich aufschnauben, wenn Gewalt in der Erziehung strikt abgelehnt wird. Dazu gehört auch der „Klaps“ auf den Po, denn der Begriff führt primär nur zu einer irreführenden Verniedlichung von körperlicher Gewalt gegen Kinder. Man wird dann mit Aussagen konfrontiert wie „Das hat uns früher auch nicht geschadet“ oder „Wer hören will, muss fühlen!“ oder manchmal sogar „Ich kann mit meinem Kind machen, was ich will“.

Gewalt zerstört die Beziehung
Nicht nur, dass Gewalt in der Erziehung gesetzlich verboten ist, führt sie nicht zu dem vermeintlich gewünschten Ergebnis. Vielmehr zerstört es die Beziehung zwischen Eltern und Kind. Das Kind wird gedemütigt und entwickelt Angst in der Begegnung mit seinen eigentlichen Vertrauenspersonen.

Es gibt in unserer Gesellschaft noch immer eine unbegreifliche Unterscheidung hinsichtlich Gewalt: Wird eine Frau von ihrem Mann geschlagen, bekommt sie eine Ohrfeige, wird das als Körperverletzung bezeichnet und landet häufig vor Gericht. Frauen werden heute glücklicherweise geschützt und Gewalt ihnen gegenüber wird nicht mehr als Recht des Mannes angesehen. Wird jedoch ein Kind von seinen Eltern geschlagen, bekommt es eine Ohrfeige oder einen Schlag auf den Po, dann versteckt man diese Handlung hinter dem Begriff „Erziehung“. Zwar gibt es die erwähnte gesetzliche Regelung, dennoch wird bei vermeintlich kleineren Handlungen noch immer weggeschaut. Woher kommt diese Unterscheidung? Wie rechtfertigen wir als Erwachsene, dass wir uns das Recht herausnehmen, einem Kind weh zu tun?

Und trotzdem…
Erziehung ist eine Herausforderung. Erziehung kann uns auch als Eltern an unsere Grenzen führen (siehe hierzu mein Beitrag „Was tun, wenn der Streit zu eskalieren droht?“). Jedoch haben wir als Erwachsene stets die Verpflichtung, unsere Kinder zu schützen, und niemals das Recht, sie auf welche Weise auch immer zu verletzen, zu demütigen oder Macht über sie auszuüben. Erleben wir als Erwachsene das Ende unserer Weisheit, dann ist an es uns, Unterstützung zu holen, um zu lernen, die Situationen gewaltfrei und konstruktiv zu lösen und unseren Kindern nicht beizubringen, dass durch Gewalt ein Ziel erreicht werden kann.

Familien- und Kommunikationsberater Jan-Uwe Rogge fasst es wie folgt zusammen: „Jeder noch so kleine Klaps ist eine Niederlage! Egal in welchem Alter! Damit setzt man keine Grenzen. Es zeigt nur, dass Eltern ihre Klarheit verlieren und hilflos sind.“

Hier gibt’s noch den Link zur Studie

Ein Hoch auf das Buch!

Am 17.11.2017 ist in Österreich, wie übrigens auch in Deutschland, Vorlesetag. Ein Tag, gewidmet dem Vorlesen von Büchern für Kinder.

Der Wert des Vorlesens
Eine Studie der deutschen Stiftung Lesen zeigt, dass Eltern immer später mit dem Vorlesen beginnen und zudem dabei den Bildungsgedanken in den Vordergrund stellen.

Als jemand, die das Lesen liebt, ständig ein Buch in der Tasche hat und auch als Kind immer von Büchern umgeben war, war von Anfang an klar, dass es unseren Kindern niemals an Büchern fehlen wird. Die Auswahl an Kinderbüchern ist enorm und macht mir stets die Entscheidung schwer, wenn ich wieder einmal vor einem Regal in einem Geschäft oder der Bücherei stehe.

Lasst die Hemmungen fallen 😊
Wir haben unsere Kinder von Geburt an mit Büchern versorgt und wurden Experten für Tierstimmen oder auch Auto- und Flugzeuggeräusche. Mit der Zeit kamen immer mehr Texte zu den Bildern dazu, die von den Kindern verlangt wurden, vorgelesen zu werden. Ich finde ja immer die Bücher toll, deren Texte sich reimen, weil diese faszinierenderweise sehr schnell in den Köpfen der Kinder hängen bleiben.
Meiner Erfahrung und Beobachtung nach lieben Kinder es, wenn ihnen vorgelesen wird. Sie sind begeistert, wenn der Vorleser seine Stimme verändert und eine der Geschichte entsprechende Atmosphäre schafft. Und ich kann dazu nur sagen: Wenn wir als Erwachsene hier die Hemmungen erst einmal abgelegt haben, dann gibt es kaum etwas Erfreulicheres als diese Beschäftigung. Zudem sind Kinderbücher meist so gestaltet, dass sie auch uns Freude machen. Wenn Kinder dann auch noch mit ihren eigenen Ideen und Beobachtungen einen Beitrag leisten, dann rennen die Stunden des Tages nur so dahin.

Der Mehrwert von Büchern
In unserer Familie ist das Vorlesen von Büchern nicht nur in das Abendritual eingebunden. Wir nehmen auch ein Buch her, wenn das Wetter draußen keinen Ausflug erlaubt, wenn ein Kind krank ist oder wenn wir einfach einmal nur gemütlich auf der Couch lümmeln wollen. Stets wird diese Tätigkeit auch mit Kuscheln verbunden 😉

Noch eine kurze Anmerkung zu den Inhalten: Kinderbücher müssen nicht immer „pädagogisch wertvoll“ sein. Sie müssen Spaß machen und unterhalten. Sie sollen den Kindern die Freude am Entdecken, am Mitleben und an der Beobachtung machen. Schließlich lesen wir, also zumindest ich, auch nicht immer nur Bücher, aus denen ich unbedingt etwas lernen kann, sondern einfach um in eine andere Welt abzutauchen.

Also: Lasst uns an diesem speziellen Tag von Büchern umgeben sein, und gemeinsam mit unseren Kindern eintauchen in die spannende Welt der Buchstaben. Und dann denkt auch in den folgenden Tagen und Wochen daran: Bücher kann man nicht genug haben, egal ob gekauft, geliehen, alt oder neu! Sie fördern nicht nur die Phantasie der Kinder und der Erwachsenen, sie stärken Beziehung und Nähe – und sind damit ein kostbares und doch unaufwendiges Mittel, die Eltern-Kind-Bindung zu stärken…

„Ich hätte meinem Kind doch so gerne eine ‚richtige‘ Familie geboten …“

Kürzlich durfte ich für die Zeitschrift „Familie“ des Vorarlberger Familienverbandes einen Beitrag im Namen des Ehe- und Familienzentrums schreiben. Diesen möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:

Gesamter Beitrag

Viel Spaß beim Lesen!

#Motherhood is hard! – Kommentar

Kennt ihr dieses Video? Tova Leigh schildert darin in ihrer überspitzten, unnachahmlichen Art die viel zu hohen Anforderungen an Mütter. Das Video ging viral und taucht überall auf Facebook auf. Gefunden habe ich es auch auf http://www.bunte.de

Sie beginnt damit, dass man als Eltern heute immer mehr vermittelt bekommt, dass es nicht mehr ausreicht, seine Kinder „NUR“ zu lieben, sie zu versorgen und zu pflegen. In Folge zählt sie alle möglichen und unmöglichen Dinge auf, die verlangt werden. Wir haben darüber ja vor einiger Zeit schon im Beitrag über den Film „Bad Moms“ hier auf meinem Blog diskutiert. Und wenn man die Resonanz auf den angeführten Link sieht, dann ist wieder zu erkennen, wie sehr es Mütter und wahrscheinlich auch Väter beschäftigt.

Es gibt vor allem zwei Punkte, die Tova Leigh anführt, die mich beschäftigen:

  1. Eine gefestigte, liebevolle Eltern-Kind-Beziehung ist und bleibt die Grundvoraussetzung für Entwicklung. Manchmal gelingt das leichter und in Krisensituationen etwas schwerer. Aber die positive, unterstützende Grundeinstellung zu seinem Kind sollte immer bestehen bleiben und für das Kind spürbar sein. So kann es sich gut entwickeln und auch ausprobieren. Denn es weiß, dass die Beziehung bestehen bleibt.
  2. Der zweite Punkt, ist die Aussage, dass Mütter von Geburt an wissen müssen, was zu tun ist. Dies finde ich eine der schwierigsten Herausforderungen, die die Gesellschaft stellt. In jedem anderen Beruf bekommt man eine Eingewöhnungsphase, man kann lernen und sich Zeit lassen. Nicht so, wenn man ein Kind bekommt. Natürlich ist es keine Frage, dass ein Kind von Anfang an umsorgt werden muss, da es zunächst völlig hilflos auf die Welt kommt. Jedoch sollte auch Eltern zugestanden werden, dass sie sich an ihre neue Rolle zunächst ein wenig herantasten müssen. Und das am besten noch ohne schiefe Blicke oder Besser-Wisser-Sprüche von anderen.

Versuch und Irrtum – auch in der Erziehung
Ich denke, dass es von großer Wichtigkeit wäre, den Druck aus der Erziehung wieder herauszunehmen. Sie ist ein Prozess, der manchmal besser und manchmal nicht so gut verläuft. Und nicht jeder Fehler, den man macht, hat gleich gravierende Auswirkungen auf die Entwicklung eines Kindes. Wenn das Grundgerüst zwischen Eltern und Kind passt und in guten wie in schlechten Zeiten stabil bleibt – wenn vielleicht manchmal auch ein wenig eingebeult – dann kann das Kind wachsen und sich zu einer eigenständigen Persönlichkeit entwickeln.

Was meint ihr?

 

 

Bad Moms?

Vor ein paar Tagen habe ich mir den Film „Bad Moms“ mit Mila Kunis angesehen. Doch keine Sorge: Es folgt jetzt keine Rezension zu diesem Film, ob er gut oder schlecht war. Ich möchte vielmehr das zentrale Zitat aus dem Film aufgreifen, das von der Hauptfigur wie folgt ausgedrückt wird: „Ich bin es so leid zu versuchen, die perfekte Mutter zu sein… Ich geb’s auf.“

Die steigende Zahl der Ansprüche
Der Film spielt in Hollywood-Manier mit dem heute so weit verbreiteten Anspruch, dass Mütter alles unter einen Hut bringen können – und das Wichtigste: Sie sehen dabei immer gut aus! Mütter kümmern sich um die Kinder, den Haushalt, gehen Arbeiten – sie managen das Familienleben, und zwar mit Links. Sie müssen kreativ sein, nähen können, stricken, malen, kochen, Gartenarbeit leisten und vieles mehr. Es wird erwartet, dass sie sich in der Spielgruppe/im Kindergarten/in der Schule engagieren. Sonst werden sie als Rabenmütter abgestempelt, bei denen die Kinder nicht den adäquaten Stellenwert haben. Am Arbeitsplatz wird erwartet, dass Sondertermine kein Problem sind, denn schließlich wollten sie ja wieder auf den Arbeitsmarkt zurück. Und diese Erwartungen gibt es auf der einen Seite von der Gesellschaft und auf der anderen Seite scheint es so, dass mit der Geburt eines Kindes Mütter diesen Anspruch an sich selber – scheinbar Natur gegeben – mitbekommen. Der Anspruch der Mütter an sich selber ist ebenso, alles perfekt zu machen, allen gerecht zu werden und nur ja keine Schwäche zu zeigen.

Übertragung – Gegenübertragung
Eine große Gefahr neben dem Vergessen des eigenen Wohlbefindens ist jedoch das Übertragen der hohen Ansprüche auf das Umfeld. Neben dem Partner sind es dann ganz schnell die Kinder, die das zu spüren bekommen. Es geht dabei nicht nur um die Leistungen in der Schule, die passen müssen. Es ist dann auch zentral, dass sämtliche Freizeitaktivitäten, zu denen sie natürlich von der Mutter gebracht werden, einen Sinn, einen Nutzen haben.

Was am Ende zählt
Wenn ich diese Zeilen noch einmal lese und nachfühle, was sie in mir bewirken, dann spüre ich nur Stress, nur Druck – keine Freude und vor allem: keine Beziehung. Ich komme auch bei diesem Thema nicht am Kern meiner Grundregel für Erziehung vorbei: Es steht nicht so sehr im Vordergrund, was wir als Eltern alles tun und leisten, sondern wie wir die Beziehung zu unseren Kindern gestalten. Und es ist nicht so zentral, ob der Geburtstagskuchen wirklich exakt wie ein Piratenschiff aussieht (wohl eher ein Eisberg 😉), sondern das Herz und die Liebe zum Kind, die darin stecken.

Und das gemeinsame Aufessen und Feiern übertrumpft die Optik schlussendlich sowieso!