Wellness für die Elternseele

Seit einem halben Jahr betreibe ich nun meinen Blog und habe mich im Laufe der Zeit schon mit vielen unterschiedlichen Bereichen der Erziehung beschäftigt.

Anspruch an Disziplin
Während ich diese Zeit Revue passieren lasse, wird mir folgende Beobachtung bewusst: Es heißt zwar immer, im Vordergrund der Erziehung steht die Disziplin der Kinder. Doch wird bei dieser Tätigkeit nicht eigentlich auch unheimlich viel Disziplin seitens der Eltern verlangt? Erst wenn sie sich über die unterschiedlichen Bereiche einer Kinderseele Gedanken gemacht haben und sich damit auseinandersetzen, können sich ihre Kinder gesund entwickeln, ihre eigene Persönlichkeit stärken. Damit das gelingt, müssen Eltern ihre eigenen Bedürfnisse häufig hinten anstellen, ihre Emotionen zügeln. Auch bei meinen Beiträgen komme ich meist zu der Schlussfolgerung, dass wir als Eltern uns in das Kind hineinversetzen sollen, um zu verstehen, was unsere Handlungen für das Kind bedeuten.
Doch das alles braucht Kraft und Energie.

Achtet auf euch!
Daher steht bei meinem heutigen Beitrag eine andere Art Appell an die Eltern im Vordergrund:
Euch allen, die ihr meine Beiträge so zahlreich lest und kommentiert, möchte ich danken, dass euch eure Kinder so viel bedeuten, dass ihr diese Energie investiert. Doch vergesst dabei euch selber nicht! In vielen Berufen bekommen die Mitarbeiter eine Sabbatzeit und Urlaub, wie im Sommer unschwer zu beobachten ist. Den Eltern – auch wenn sie eines der herausforderndsten Unternehmen führen – steht dies nicht offiziell zu. Also nehmt euch diese Auszeit! Atmet durch und sammelt Energie, sodass ihr auch weiterhin bereit sein könnt, eure Kinder auf ihrem Weg zu begleiten!

Ein herzliches Danke euch allen!

Der Rückzug kommt noch früh genug

Kennt ihr das auch? Ihr geht durch euer Wohnzimmer und sucht nach etwas. Plötzlich stoßt ihr einen zischenden Fluch aus – natürlich nicht zu laut, wegen der Kinder 😉. Und dann kommt der Blick auf den Boden nach dem Verursacher des Schmerzes: ein herumliegendes Auto oder ein Duplo-Stein, die sich auf den Fußweg geschlichen haben…

Wohin mit den Spielsachen?
Es ist eine langanhaltende Diskussion unter Eltern: Wo sollen die Spielsachen der Kinder sein?
Die Meinungen sind dabei so unterschiedlich, wie so oft in der Erziehung.
Auf der einen Seite sind da die Vertreter der Ansicht, dass sämtliche Spielsachen in die Kinderzimmer gehören – und nur dahin. Das Wohnzimmer ist ein sogenannter „Familienbereich“ und davon freizuhalten. Auf der anderen Seite sind jene Eltern, die Spielsachen in allen Räumen der Wohnung oder des Hauses erlauben.

Auch wir stehen immer wieder vor dieser Frage.
Als die Kinder noch ganz klein waren und noch kein eigenes, zugewiesenes Zimmer hatten, waren die meisten Spielsachen im Wohnzimmer – einem offenen Bereich zur Küche hin. Dort spielte sich eigentlich das ganze Familienleben ab. Zudem wollten die Kinder einfach in unserer Nähe sein und hatten kein Bedürfnis, allein in ihren Zimmern zu spielen.
Seit die Kinder nun größer sind und jedes sein eigenes Zimmer hat, hatten wir beschlossen, die Spielsachen dorthin zu räumen und den Wohnbereich davon zu befreien.

Vorhaben vs. Realität
Tja… Aber wie so oft haben wir diesen Plan ohne unsere Kinder gemacht😊.
Regelmäßig räumen mein Mann und ich die Duplo-Steine, Autos, Bücher und was es sonst noch gibt in die leeren Kinderzimmer zurück. Doch das dauert nur bis zum nächsten Spielenachmittag. Dann spielen die Kinder zum Beispiel, dass sie wandern gehen, volle Rucksäcke haben und ein Picknick machen möchten. Das darf auf Grund der bestehenden Regeln nicht im Kinderzimmer aufgebaut werden. Also wird die Decke im Wohnzimmer ausgebreitet und mit ihr sämtliche Spielsachen, die zum „Wandern“ benötigt werden.

Prioritäten setzen
Auch wenn die Regel besteht, dass die Kinder am Abend die Spielsachen wieder aufräumen und somit das Wohnzimmer eigentlich davon befreien müssen, haben mein Mann und ich beschlossen, auch hier einen Kompromiss einzugehen: Ein Teil der Spielsachen darf im Wohnzimmer bleiben, der andere Teil bleibt in den Kinderzimmern. Denn irgendwie haben wir gemerkt, dass es uns weniger wichtig ist, wo die Kinder spielen, als vielmehr, dass sie Raum für ihre Phantasien bekommen. Das Bedürfnis nach Rückzug wird bei ihnen noch früh genug kommen und damit auch das große Schild am Kinderzimmer mit folgendem Schriftzug: „Kein Zutritt“…

#kurznachgedacht

Heute zur Abwechslung ein Astronomie-Erziehungsgedanke – ist es nicht so? Was meint ihr?

„Sag schön bitte…“

Wenn man als Eltern mit Kindern unterwegs ist, bekommen diese immer wieder etwas geschenkt: einen Luftballon im Buchgeschäft, ein Stück Wurst an der Theke oder ein Bonbon beim Ausgang. Die Kinder freuen sich, die Eltern auch. Wäre da nicht dieser kurze Moment, der viele noch immer in Stress versetzt: Sagt mein Kind auch schön „danke“?! Schließlich gibt es auch auf Seiten des Schenkenden das Zögern, ob vom Kind etwas kommt. In vielen Fällen übernehmen es dann die Eltern oder es folgt der berühmte Satz „Wie heißt das?“.

Das Duell um ein Wort
Für viele Eltern stellt die Höflichkeitserziehung bei ihren Kindern einen großen Wert dar. Es ist für sie wichtig, dass die Kinder „bitte“ und „danke“ sagen, wenn sie etwas haben wollen oder bekommen. Da kann schon hin und wieder eine Art Machtkampf zwischen den Parteien beobachtet werden:
Das Kind hätte gerne noch einen Löffel vom Mittagessen und sagt „Noch einmal Reis.“ Die Mutter schaut das Kind mit großen Augen an und wartet. Das Kind schaut mit großen Augen zurück und sagt „Reeeiiss“. Die Mutter „Wie heißt das?“ Und das Kind mit einem etwas äffigen Ton: „Biiittee!“
Nun kann die Mutter in dem obigen Beispiel zwar für sich zufrieden abhaken, dass das Kind ja höflich war. Doch hat das Kind wirklich gelernt, jedes Mal dieses für uns Erwachsene so wichtige Wort zu sagen. Hat es erlebt, dass es sich dabei um einen Wert handelt?

Gleichberechtigung
Wie immer, wenn ich mich gedanklich mit diesen Alltagsbeobachtungen beschäftige, frage ich mich im Umkehrschluss: Wie verhalten wir Erwachsene uns unseren Kindern gegenüber? Wenn wir etwas von ihnen haben wollen, sagen wir am Ende eines Satzes immer „bitte“? Oder wenn unser Kind uns etwas gibt, dass wir dann auch wirklich jedes Mal „danke“ sagen? Tendenziell ist es doch eher so, dass Erwachsene hier Kindern gegenüber nicht den gleichen Respekt an den Tag legen. Wir wollen zwar, dass Kinder höflich sind, doch verhalten wir uns ihnen gegenüber selten gleich.

Vorbild
Dabei würde sich auch bei diesem Zusammenhang das Anerziehen ähnlich empfehlen, wie in vielen anderen Bereichen der Erziehung: Wenn es in einer Familie üblich ist, dass ein freundlicher Ton angeschlagen wird, wenn alle Mitglieder „bitte“ und „danke“ sagen, gegenseitiger Respekt besteht, unabhängig vom Alter, dann ist ein entsprechendes Verhalten selbstverständlich und nichts Besonderes mehr.

#erziehungsgedanken

… und sie werden soooo schnell groß! 😉 Was meint ihr?

„Nachtragend sein“… ist doch viel zu anstrengend!

Vor einiger Zeit habe ich schon einmal darüber geschrieben, was wir uns als Erwachsene von unseren Kindern abschauen können. Und in letzter Zeit beobachte ich eine weitere Eigenschaft, die mir an Kindern imponiert und mich manchmal selber beschämt: Sie sind nicht nachtragend!

Direktheit
Kinder gehören zu den ehrlichsten Wesen auf der Welt. Wenn sie wütend sind, dann toben sie. Wenn sie sich wehgetan haben, dann schreien sie, egal ob sie gerade in der Öffentlichkeit sind oder in ihrem eigenen Zimmer. Der Schmerz muss raus. Wenn sie deine neue Frisur nicht mögen, dann sagen sie dir das auch sehr direkt. Und wenn Kinder streiten, dann streiten sie miteinander. Da wird nicht auf Grund sozialer Gegebenheiten die Wut hinuntergeschluckt, wenn die kleine Schwester zum fünften Mal den aufgebauten Duplo-Turm umhaut oder einfach das Feuerwehrboot klaut. Es wird lautstark geschumpfen. Bei Kindern auch „beliebt“ die Aussage : “Jetzt bin ich nicht mehr dein Freund/deine Freundin.“ Das stellt für sie eine sehr harte Strafe dar.

Die reinigende Kraft des Auslebens
Doch was dann folgt, ist beeindruckend. Wurde die Wut ausgedrückt und gesagt, was stört, dann kann es zwar sein, dass geweint wird, aber kurz darauf ist alles vorbei und es wird weitergespielt. Da wird nicht mehr lange nachphilosophiert oder lamentiert. Der Konflikt war da, wurde ausgesprochen und ist damit erledigt.

Nicht nur in einem Konflikt zwischen Kindern, sondern auch mit einem Erwachsenen kann das beobachtet werden. In dieser Beziehung kommt es ebenfalls häufig zu Auseinandersetzungen und Diskussionen, die nicht selten darin enden, dass der Elternteil dem Kind irgendetwas verbietet. Dann kann es zwar sein, dass das Kind tobend in sein Zimmer  rennt und dir Türe knallt. Doch anscheinend ist das so reinigend, dass das Kind kurz darauf wieder auftaucht und so normal mit dem Elternteil spricht, als sei nichts Gewesen.

Was vorbei ist, sollte vorbei sein
Ich finde es beeindruckend, wie Kinder etwas einfach als erledigt ansehen können und nicht ewig denselben Brei durchkauen müssen. Die Emotionen werden direkt ausgedrückt und dann passt es. Bei diesem Thema komme ich nicht umhin, mich auch an der eigenen Nase zu nehmen und mir die Kinder hier als Vorbild zu nehmen. Meinungsverschiedenheiten sollen und dürfen sein, doch sie müssen auch ein Ende finden und wieder das in den Vordergrund kommen, was wichtig ist: Die Beziehung miteinander!