War das einmal ein echtes Tier?

Gleich vorweg: Wir sind eine Familie von Fleischessern. Nicht immer und nicht nur, aber es gibt bei uns Fleisch und Wurst. Und in diesem Zusammenhang hat mich mein 4,5-jähriger Sohn wie so oft im Laufe seiner bisherigen Entwicklung mit einer Frage überrumpelt.

Unangenehme Fragen
Völlig unvorbereitet hat er mich nämlich beim Mittagessen, als es Fleisch gab, zunächst gefragt, was es für ein Fleisch sei. Mit meiner Antwort, dass es ein Hühnerfleisch sei, dachte ich eigentlich, es sei erledigt. Doch mein Sohn sah mir in die Augen, legte den Kopf schief und fragte mich mit gekräuselter Nase: „War das einmal ein echtes Huhn?“

Der innere Drang, etwas zu „überhören“
Kennt ihr das bei solchen Fragen? Am liebsten möchtet ihr davonlaufen oder so tun, als hättet ihr die Frage gar nicht erst gehört. Oder ihr werft eurem Partner einen verzweifelten Blick zu, dass er sich doch mit dieser Frage auseinandersetzen soll. Es war, wie beschrieben, nicht das erste Mal, dass mich eines meiner Kinder mit einer Frage herausgefordert hat.
Als meine Großmutter gestorben ist, hat mein Sohn angefangen, Fragen zum Tod zu stellen. Fragen wie „Was macht sie jetzt in der Kiste da drin?“ oder „Wo ist sie jetzt?“ brachten mich auf der einen Seite zum Schwitzen, auf der anderen Seite spürte ich auch Stolz, dass er sich diese Fragen stellt.

Kindgerechte Ehrlichkeit
Nun können Fragen zum Tod eines Menschen auch leicht ins Philosophische gehen. Doch wir haben versucht, möglichst einfach und klar die Fragen zu beantworten, die unser Sohn gestellt hat. So auch bei der Fleisch-Frage: Natürlich habe ich die Frage bejaht, dass es einmal ein echtes Hühnchen war. Ich habe aber entschieden, zunächst einfach einmal nur diese Frage zu beantworten und nicht weiter auszuschmücken. Ich habe abgewartet, ob mein Sohn noch etwas wissen wollte. Das war in dieser Situation nicht der Fall. Für ihn war es damit fürs Erste erledigt.

Auch unangenehm zu beantwortende Fragen sollten von uns Eltern ernstgenommen werden und verdienen eine Antwort. Vielleicht brauchen wir manchmal einen Moment, um uns zu überlegen, was wir sagen werden. Doch irgendeine Erklärung, vor allem eine ehrliche, wenn auch kindgerechte haben unsere Kinder stets verdient.

Das „Spiel“ mit der Angst

Eltern sind ja manchmal sehr „kreativ“, wenn es darum geht, bei ihren Kindern unerwünschtes Verhalten zu verhindern.

Wer muss die Verantwortung übernehmen
Mögliche Aussagen sind zum Beispiel „Der Nasenbär wird dir die Nase stehlen, wenn du nicht aufhörst, darin zu bohren“ oder „Die Hände werden dir noch abfallen, wenn sie so schmutzig sind.“ Oder auch ganz beliebt: „Wenn du dir die Zähne nicht ordentlich putzt, sammeln sich da kleine Männchen drin und bauen sich ein Haus in den Löchern.“
Für den Erwachsenen mögen die Aussagen auf der einen Seite zwar lustig sein und primär das Ziel im Vordergrund haben, das unerwünschte Verhalten zu beenden. Jedoch dürfen wir dabei unsere „Macht“ als Erwachsene nicht unterschätzen: Denn Kinder glauben, was wir ihnen sagen. Sie vertrauen auch darauf, dass wir es ernst mit ihnen meinen. So birgt die beschriebene Vorgehensweise natürlich, dass das Kind Angst entwickelt.
Manchmal neigen Eltern auch dazu, die Erziehungsverantwortung an andere Figuren abzugeben – beliebt sind da der Nikolaus oder auch Angstfiguren aus dem Kasperltheater.

Zwei Punkte zu beachten
1. Es darf nicht das Anliegen von Eltern sein, Kindern Verhalten mit Angst abzugewöhnen. Wir müssen uns die Zeit nehmen, ihnen zu erklären, warum wir ein Verhalten nicht sehen wollen oder warum es ihnen auch schadet.

2. Eltern sollten auch die Verantwortung für ihre Ansichten übernehmen. Manchmal ist es einfacher den bösen „Cop“ an jemand anderen abzugeben und zu sagen „Wenn du dir den Schnuller nicht bald abgewöhnst, kommt der Nikolaus mit dem Krampus und reißt ihn dir aus der Hand“. Doch schlussendlich ist es der ehrlichere Weg dem Kind zu sagen, dass wir als Eltern der Ansicht sind, dass es inzwischen zu alt für einen Schnuller ist und es zudem den Zähnen schadet. Und gerade weil wir es da beschützen wollen, wird der Schnuller nun weggenommen. Dann ist das Kind wahrscheinlich eine Zeit lang wütend auf uns, doch bleibt es unsere Aufgabe, das auszuhalten.

Schon in meinem Beitrag über „Wo Ironie fehl am Platz ist“ habe ich die Bedeutung betont, Kinder ernst zu nehmen und Kinder nicht zu veräppeln. Denn sie vertrauen uns. Und dieses Vertrauen ist für uns als Erwachsene eine große Ehre und damit sollte auch sorgsam umgegangen werden.

Faszination Kind

Immer wieder betone ich, wie faszinierend Kinder in ihrem Verhalten, vor allem aber auch in ihrem Lernen sind. Das menschliche Gehirn verarbeitet alles, was es aufnimmt. So natürlich auch das kindliche Gehirn, das noch viel Platz hat. Es lernt, Bilder und Sprache zu verknüpfen.
Heute möchte ich aber nicht mit euch diskutieren, wie wir unseren Kindern Sprache am besten näherbringen. Vielmehr möchte ich mit euch einfach wieder eine Alltagssequenz aus dem Leben mit meinen beiden Kids teilen, die mich begeistert.

So lange überlegen, bis es einfällt
Unser Sohn liebt es zu erzählen. Er berichtet, was er gerade im Vorbeifahren gesehen hat, was er im Kindergarten erlebt hat oder einfach, was ihm gerade einfällt. Manchmal überschlagen sich seine Worte und nicht immer fällt ihm das Wort sofort ein. So auch vor ein paar Tagen. Er hat versucht, mir eine Beobachtung auf der Straße zu beschreiben. Doch es hat ihm ein Wort gefehlt. Und wir waren sicher 10 Minuten gemeinsam dran, dieses Wort – es war „ein Fußgänger“ – zu suchen. Voller Phantasie hat er mir auf unterschiedlichste Art klarmachen wollen, was er meint. Doch es hat eben seine Zeit gebraucht, bis wir das richtige Wort gesucht haben. Ich war beeindruckt, wie ausdauernd er in seinen Erklärungen war. Er hat nicht aufgegeben, bis wir das Wort gefunden haben.

„Wortsalat“
„Mama! Kannst du meiner Puppe bitte einen Strudel machen?“ oder auch „Mama! Schau mal! Der hat einen Schmetterling um den Hals.“ Aussprüche wie diese von unserer zweijähren Tochter zaubern mir ein Lächeln auf die Lippen und zeigen mir wieder, was ein so kleines Gehirn verarbeitet. Beide Ausdrücke waren natürlich nicht ganz korrekt und hatten doch einen Zusammenhang mit dem eigentlich gesuchten Wort. Im ersten Fall war natürlich die Rede von einem „Zopf“, den wir aus den Haaren machen sollten, und im anderen Fall handelte es sich um eine „Fliege“, die die Figur um den Hals gebunden hatte.

Bleib aufmerksam und lach nicht!
Auch wenn die Wortkreationen unserer Tochter oder auch die Erklärungsansätze unseres Sohnes manchmal wirklich zum Lachen wären, war es in jeder dieser Situationen wichtig, ihnen nicht das Gefühl zu geben, dass ich sie auslache. Sondern im Gegenteil: Ihnen meine ehrliche Begeisterung darüber zu zeigen, dass sie sich mit der Sprache beschäftigen, dass sie mir so viel Vertrauen entgegenbringen, mich in ihre Gedankenvorgänge einzubeziehen.
Denn oft haben wir als Erwachsene in solchen Situationen selber Hemmungen und wählen eher den Rückzug, als mit einem anderen Menschen im Austausch zu bleiben, wenn wir mal nicht ganz die richtigen Worte finden…

Die Ohren gespitzt, die Augen geschärft…

Kinder in ihrer Aufmerksamkeit und in ihrer Wahrnehmung zu unterschätzen, ist ein häufiger Fehler, den wir als Erwachsene machen.

Immer und überall Wachsamkeit
Nein, es sieht doch nicht, wenn ich das letzte Stück Käse schnell vom Messer esse. Es riecht auch nichts, wenn ich ihm einen Kuss gebe, kurz nachdem ich „heimlich“ ein Stück Schokolade vor dem Gehen gegessen habe. Ein kleines Kind merkt doch auch nicht, wenn die Ampel eigentlich noch rot ist, wenn wir über die Straße gehen.

Jedoch sind nicht nur die Augen eines Kindes scharf. Auch seine Ohren sind stets gespitzt. So kann es durchaus sein, dass es das Gespräch zwischen Erwachsenen aufmerksam verfolgt, obwohl es scheinbar in sein Spiel vertieft ist. Wir geben uns gern der Illusion hin, dass in solchen Gesprächen Wortwahl oder Tonlaut unwichtig sind und vom Kind nicht übernommen werden.

Konfrontation
Doch das Erwachen kommt prompt. Manchmal noch irgendwie amüsant, wenn die zweijährige Tochter plötzlich gleich klingt wie man selber. Manchmal aber auch erschreckend, wenn der Sohn, der den Apfel für den Obstsalat schneidet und ein hängen gebliebenes Stück vom Messer runter essen will, wie er es eben bei einem Elternteil beobachtet hat.
Das Kind bringt uns auch in Erklärungsnot, denn wieso darf ich nach dem Frühstück noch ein Stück „Motivationsschokolade“ essen, während das dem Kind mit den unterschiedlichsten Argumenten verboten ist?

Unterschätzt nicht!
Auch wenn Kinder vermeintlich unbeteiligt wirken, wenn man das Gefühl hat, sie sind doch eh noch so jung: Das kindliche Gehirn ist wie ein Schwamm und saugt alles auf, was sich in seiner Umgebung abspielt. Also lasst uns unsere Kinder nicht unterschätzen! Sie sind der Spiegel unseres Verhaltens und irgendwie auch davon abhängig, dass wir ihnen als Erwachsene ein Vorbild sind.

Nein, das brauchst du jetzt nicht!

Wenn Kinder etwas haben wollen, sagen sie „Ich brauche das jetzt!“ Das geschieht, wenn das Kind den Schnuller will, oder gerade in diesem Moment ein Wasser, in dem wir es uns bequem gemacht haben, oder ein Kuscheltier, das es im Geschäft entdeckt hat. Wenn wir als Eltern ihm das aber nicht kaufen oder den Schnuller nicht geben wollen, sagen wir gerne, dass es das nicht braucht.

Negieren von Gefühlen
Doch eigentlich gibt es eine Feinheit, deren wir uns als Erwachsene bewusst werden müssen: Wenn wir wirklich so reagieren, negieren wir das Gefühl des Kindes in diesem Augenblick.

„Du bist doch schon groß!“
Blieben wir beim Schnuller-Beispiel: Das Kind ist müde und möchte gerne den Schnuller haben. Sein Gefühl ist in dem Moment, ihn zu brauchen, ohne ihn nicht einschlafen zu können bzw. einfach nur zufrieden sein zu können. Wir als Eltern versuchen aber gerade im Auftrag der Erziehung, dem Kind den Schnuller abzugewöhnen. Anstatt die Wahrheit zu sagen, die da lautet: „Nein, du bekommst den Schnuller nicht mehr, weil er deinen Zähnen schadet und wir nicht mehr möchten, dass du ihn so oft nimmst.“, sagen wir lieber: „Aber den brauchst du doch gar nicht mehr. Du bist doch schon groß.“

Wer will was?
Doch dabei treffen zwei Sichtweisen aufeinander: Das Kind selber hat das Gefühl, ihn zu brauchen. Die Eltern wiederum wollen ihn ihm nicht geben. Und hier kommt der wichtige Schritt: Als Eltern müssen wir dazu stehen, wenn wir an gewissen Punkten, die Entscheidung fällen, nein zu sagen, und dem Kind etwas nicht zu geben. Gleichzeitig dürfen wir dem Kind nicht sein Bedürfnis absprechen, nur damit unser Gefühl besser ist.

Projektionsfläche bieten
In Erziehungsratgebern begegnet uns immer wieder der Begriff der „liebevollen Grenzsetzung“ oder auch „Nein aus Liebe“. Diese Formulierungen helfen zwar den Eltern beim Gefühl, sie tun es ja nur den Kindern zu liebe – was im weitesten Sinne ja auch der Wahrheit entspricht. Für die Kinder selber ändert sich aber in ihrer aktuellen Wahrnehmung nicht viel. Aus ihrer Sicht wurde ihnen die Befriedigung eines Bedürfnisses verwehrt. Das frustriert und macht ärgerlich. Dies wiederum entlädt sich an jenen Personen, die das Bedürfnis nicht befriedigt haben. Für die Entwicklung des Kindes ist es nun von großer Bedeutung, dass es diese Frustration an der Zielperson abladen kann und diese auch Verständnis dafür hat.

Wir müssen als Erwachsene ehrlich bleiben und vom häufigen „Das brauchst du nicht“ zum ehrlichen „Ich kann mir vorstellen, dass du das haben willst, aber ich möchte dir das jetzt nicht kaufen oder geben“ übergehen.

Nackte Tatsachen

Endlich wird das Wetter wieder wärmer. Die Sonne scheint und die Kleidung wird wieder leichter. In dieser Zeit komm ich nicht umhin, mich einem Thema zu widmen, das uns zwar nicht nur bei Schönwetter begegnet, aber in dieser Zeit natürlich noch einmal vermehrt zu beobachten ist – Nacktbilder von Babys und kleinen Kindern.

Tatsächlich Normalität?!
Ist euch schon aufgefallen, wie häufig in Wohnungen, in Häusern, in denen Kinder aufwachsen, Nacktfotos von ihnen herumhängen. Wir finden sie im Eingangsbereich, im Stiegenhaus, im Wohnzimmer, auf Kalendern, die dann auch noch verschenkt werden. Es sind dabei Kinder nackt zu sehen in normalen Alltagssituationen wie auf dem Töpfchen oder Klo, oder auch speziell für das Foto in Szene gesetzt. Habt ihr aber in denselben Haushalten auch schon Nacktfotos der Eltern im Gang oder im Stiegenhaus hängen sehen?
Ich könnte mir vorstellen, dass die letzte Frage nicht nur mit einem Kopfschütteln, sondern auch mit einem lauten „Natürlich nicht!“ beantwortet wird. Aber warum eigentlich? Warum scheint es uns absurd, dass Besuch die erwachsenen Bewohner nackt zu Gesicht bekommt, aber dies bei Kindern oft gar nicht in Frage gestellt wird.

Zwei Sichtweisen
Es gibt wahrscheinlich zwei Perspektiven, aus deren Sicht man dies betrachten kann.
Da wäre die Sicht des Kindes: Ein kleines Kind schämt sich nicht für seinen Körper. Im Gegenteil, läuft es doch gerne nackt im Haus herum. Es hat noch kein Gefühl dafür, ob es jedem seinen Körper zeigen sollte oder nicht und vertraut indirekt auf den Schutz durch seine Eltern.
Und da ist die Sicht der Erwachsenen, die es oft einfach niedlich finden, ihre Kinder ohne Kleidung zu fotografieren. Die eine Windel als Unterwäscheersatz sehen und damit das Kind nicht als nackt erleben – obwohl sie sich selber auch nicht jedem in Unterwäsche auf einem Foto zeigen würden.

Verantwortung und Respekt
Müssen wir bei diesem Thema aber nicht an das Verantwortungsgefühl und die Sensibilität der Eltern appellieren? Es ist die Aufgabe von Erwachsenen, Kindern ein Gefühl für ihren Körper zu geben: Sich wohl zu fühlen, sich nicht für ihn zu schämen, aber ihn gleichzeitig auch vor fremden Blicken zu schützen. Es geht hier sehr stark um den Respekt der Persönlichkeitsgrenzen eines Kindes, die es von Geburt an zu wahren gilt.

Und sind wir uns ehrlich: Möchten wir als Erwachsene oder auch damals als Jugendliche hören, dass uns die gesamte Verwandtschaft und der Freundeskreis unserer Eltern nackt gesehen hat?!

Wo Ironie fehl am Platz ist

Richtig zu kommunizieren ist eine Kunst, die gelernt werden muss. Sprache besitzt viel Macht. Sie kann verletzen, irritieren, sie kann aber auch Liebe und Freude vermitteln. Es braucht stete Auseinandersetzung und Sensibilität, wie wir mit anderen Menschen kommunizieren. Das bezieht sich dabei nicht nur auf Gespräche unter Erwachsenen, sondern auch auf Gespräche mit Kindern.

Sarkasmus
Ein Stilmittel in der Kommunikation, die – gefühlt – immer häufiger auftritt, ist der Sarkasmus.
Sarkasmus ist beißender, verhöhnender Spott. Ist er gegen jemanden gerichtet, wird die Verletzung des Verspotteten entweder beabsichtigt oder zumindest in Kauf genommen. Eine Technik, der sich der Sarkasmus bedienen kann, ist die Ironie. Das heißt, dass das Gemeinte durch sein Gegenteil ausgedrückt wird. Sarkasmus und Ironie in etwas Gesagtem kann nur erkannt werden, wenn gewisse Hirnbereich adäquat entwickelt sind.

Die zerstörende Kraft des Sarkasmus
Sarkasmus ist in vielen Arten und Formen durchaus legitim. Solange er nicht verletzend gegen andere eingesetzt wird, kann es durchaus hie und da eine Möglichkeit sein, mit Situation umzugehen (z.B. wenn ich „freudig“ feststelle, dass nach einem Blechschaden beim Auto der kleine Kratzer, der zuvor da war, nicht mehr zu sehen ist.)

Viele Gespräche mit und unter Erwachsenen sind aber getränkt von Sarkasmus. Eine sarkastische Antwort auf eine Erzählung, oder eine sarkastische Erzählung selber, von der man zunächst nicht weiß, ob das Gegenüber nun ernst genommen werden will oder welche Reaktion es sich erwartet. Gemeinsam ist dieser Art zu sprechen auf jeden Fall, dass das Gespräch recht schnell zu Ende ist. Denn es kann keine echte Unterhaltung entstehen, wenn ein Teilnehmer das Gegenüber nicht ernst nimmt.

Sarkastische Gespräche unter Erwachsenen sind das eine. Vielmehr erschreckt mich jedoch die Beobachtung, dass Erwachsene diese Form der Gesprächsführung auch gegenüber Kindern einsetzen. Kinder können auf Grund ihrer Hirnentwicklung sarkastische Kommentare, vor allem auch solche, die auf Ironie beruhen, nicht einordnen. Sie nehmen sie für wahr und das führt in ihren Köpfen häufig zu großer Verwirrung. Nicht nur, dass ein Kind nicht versteht, was gerade passiert und es mit seinem Bedürfnis oder seiner Geschichte ins Leere läuft. Das Gespräch findet nicht mit dem Kind statt, sondern in seiner Anwesenheit über seinen Kopf hinweg. Es ist auch immer ein Bloßstellen und Auslachen des Kindes. Der Erwachsene amüsiert sich auf Kosten des Kindes.

Verlust von Beziehung
Dieser gewählte Umgang mit einem Kind kann jedoch auch weitreichende Folgen haben. Der Erwachsene verliert zusehends die Beziehung zum Kind, denn das Kind wird sich von ihm zurückziehen. Das Kind seinerseits verliert nicht nur das Interesse am Gespräch mit dem Erwachsenen, es verliert auch das Vertrauen. Denn eigentlich kann es sich nicht mehr auf das verlassen, was es hört. Es kann nicht mehr einschätzen, ob es nun wahr ist oder nicht. Und eines Tages, wird dem Kind die verletzende Tatsache bewusst, dass es vom Gegenüber für Blöd verkauft wird und wurde. Welche Auswirkungen hat das wohl auf die Psyche eines Kindes, verstärkt dadurch, dass dies durch eine Vertrauensperson passiert?!