#kurznachgedacht

Genauso wie im Song von Max Giesinger sind Kinder, wenn sie spielen, in ihrer eigenen Welt. Um sie daraus hervorzuholen – beispielsweise wenn das Abendessen wartet – gehen wir am besten persönlich dorthin und holen sie ab!

Nein, das brauchst du jetzt nicht!

Wenn Kinder etwas haben wollen, sagen sie „Ich brauche das jetzt!“ Das geschieht, wenn das Kind den Schnuller will, oder gerade in diesem Moment ein Wasser, in dem wir es uns bequem gemacht haben, oder ein Kuscheltier, das es im Geschäft entdeckt hat. Wenn wir als Eltern ihm das aber nicht kaufen oder den Schnuller nicht geben wollen, sagen wir gerne, dass es das nicht braucht.

Negieren von Gefühlen
Doch eigentlich gibt es eine Feinheit, deren wir uns als Erwachsene bewusst werden müssen: Wenn wir wirklich so reagieren, negieren wir das Gefühl des Kindes in diesem Augenblick.

„Du bist doch schon groß!“
Blieben wir beim Schnuller-Beispiel: Das Kind ist müde und möchte gerne den Schnuller haben. Sein Gefühl ist in dem Moment, ihn zu brauchen, ohne ihn nicht einschlafen zu können bzw. einfach nur zufrieden sein zu können. Wir als Eltern versuchen aber gerade im Auftrag der Erziehung, dem Kind den Schnuller abzugewöhnen. Anstatt die Wahrheit zu sagen, die da lautet: „Nein, du bekommst den Schnuller nicht mehr, weil er deinen Zähnen schadet und wir nicht mehr möchten, dass du ihn so oft nimmst.“, sagen wir lieber: „Aber den brauchst du doch gar nicht mehr. Du bist doch schon groß.“

Wer will was?
Doch dabei treffen zwei Sichtweisen aufeinander: Das Kind selber hat das Gefühl, ihn zu brauchen. Die Eltern wiederum wollen ihn ihm nicht geben. Und hier kommt der wichtige Schritt: Als Eltern müssen wir dazu stehen, wenn wir an gewissen Punkten, die Entscheidung fällen, nein zu sagen, und dem Kind etwas nicht zu geben. Gleichzeitig dürfen wir dem Kind nicht sein Bedürfnis absprechen, nur damit unser Gefühl besser ist.

Projektionsfläche bieten
In Erziehungsratgebern begegnet uns immer wieder der Begriff der „liebevollen Grenzsetzung“ oder auch „Nein aus Liebe“. Diese Formulierungen helfen zwar den Eltern beim Gefühl, sie tun es ja nur den Kindern zu liebe – was im weitesten Sinne ja auch der Wahrheit entspricht. Für die Kinder selber ändert sich aber in ihrer aktuellen Wahrnehmung nicht viel. Aus ihrer Sicht wurde ihnen die Befriedigung eines Bedürfnisses verwehrt. Das frustriert und macht ärgerlich. Dies wiederum entlädt sich an jenen Personen, die das Bedürfnis nicht befriedigt haben. Für die Entwicklung des Kindes ist es nun von großer Bedeutung, dass es diese Frustration an der Zielperson abladen kann und diese auch Verständnis dafür hat.

Wir müssen als Erwachsene ehrlich bleiben und vom häufigen „Das brauchst du nicht“ zum ehrlichen „Ich kann mir vorstellen, dass du das haben willst, aber ich möchte dir das jetzt nicht kaufen oder geben“ übergehen.

#spardirdendruck

Für den heutigen Erziehungsgedanken gilt Sir Isaac Newton ein herzliches Dankeschön!

5 „Gartentipps“ für stark verwurzelte Kinder

Im Frühjahr widmen sich die Menschen ihren Gärten und Balkonen. Wir säen, setzen Blumen und Sträucher. Damit alles wächst und blüht, gießen, düngen, hegen und pflegen wir, schützen vor Sonne oder Regen. Wir achten darauf, dass wir die Pflanzen am richtigen Ort und bedürfnisangepasst eingraben, sodass sie starke Wurzeln entwickeln können. Und wenn sie dann verwurzelt sind, gießen und düngen wir nicht mehr so häufig. Wir vertrauen darauf, dass sie sich das, was sie brauchen, selber aus der Natur holen oder dass sie uns zum Beispiel durch hängende Blätter signalisieren, dass sie mehr Zuwendung benötigen.
Auch Kinder brauchen von Geburt an – eigentlich bereits in der Schwangerschaft – entsprechende Pflege und Fürsorge. Dabei stellen wir Eltern uns die zentrale Frage: Was braucht mein Kind, um sich wie eine Pflanze fest zu verankern und so gut verwurzelt sein Leben zu meistern?

Ich habe die 5 für mich wichtigsten „Gartentipps für stark verwurzelte Kinder“ zusammengefasst, die in den ersten Lebensjahren von unschätzbarer Bedeutung sind:

1. Sei da
Eine sichere, das heißt verlässliche und vertrauensvolle Beziehung zu seinen Bezugspersonen ist für ein Kind in den ersten Lebensjahren unerlässlich. Sie stellt sozusagen den Nährboden dar, in den die Wurzeln wachsen können. Diese Beziehung kennzeichnet sich durch Feinfühligkeit, prompte Wahrnehmung der Signale des Kindes und vor allem auch Reaktion auf diese Signale. Die Kinder können sich auf ihre Eltern verlassen und können ihre Reaktionen auch abschätzen.

2. Bleibe da
Das Kind braucht die Versicherung, dass die Beziehung zur Bezugsperson beständig ist. Unabhängig davon, ob es einmal Meinungsunterschiede gibt, oder auch ob sich das Kind von den Eltern entfernt und auf Entdeckung geht. Immer bleiben die Bezugspersonen für das Kind erreichbar.

3. Reagiere
Lange wurde die Theorie vertreten, dass die Bedürfnisse eines Kindes nicht sofort befriedigt werden sollten, da sie sonst zu verwöhnt werden. Heute weiß man zum Glück jedoch, dass es bei kleineren Kindern besonders wichtig ist, dass ihre Signale wahrgenommen und darauf reagiert wird. So können sie Vertrauen entwickeln und erleben, dass ihnen geholfen wird. Kleine Kinder können nicht verwöhnt werden, weder mit Zuneigung, noch bei der Bedürfnisbefriedigung!

4. Respektiere
Kinder sollten von Anfang an Respekt durch Erwachsene erleben. Das heißt nicht, dass sie ihnen gleichgestellt sind, sondern dass sie in ihrer eigenen Persönlichkeit und vor allem in ihren eigenen Rechten wahrgenommen werden. Dabei gilt es für Eltern nicht nur, selber die Rechte ihrer Kinder zu wahren, sondern diese auch nach außen zu vertreten – sie damit auch zu beschützen. Am Anfang des Lebens sind die Eltern die Anwälte ihrer Kinder!

5. Leite
Eine große Herausforderung im Elternsein ist es, ein Vorbild zu sein. Kinder lernen am Modell. Sie ahmen nach, was sie sehen – und das sind zunächst die nahen Bezugspersonen. Dies ist aber auch eine große Chance, den Kindern Werte zu vermitteln, Dinge im Leben zu zeigen, die wichtig sind, für einen selber und im Umgang mit anderen. Und ihnen somit eine Orientierung in dieser großen Welt zu geben.

Wenn Kinder in ihren ersten Lebensjahren diese fünf Arten der Zuwendung erleben, dann können sie Wurzeln bilden. Wurzeln, die sie nicht immer am selben Ort festhalten sollen, sondern so viel Stabilität geben, dass sie sich vertrauensvoll und gut gerüstet auf ihren weiteren Lebensweg begeben können.

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Mit diesem Beitrag bewerbe ich mich für den scoyo ELTERN! Blog Award 2017. Drückt mir die Daumen! https://www-de.scoyo.com/eltern/scoyo-lieblinge/eltern-blogs/ELTERN-Blog-Award-2017

#spardirdendruck

Heute: Den Kindern auch in der Auseinandersetzung eine verlässliche Partnerin sein. Was meint ihr?

#Motherhood is hard! – Kommentar

Kennt ihr dieses Video? Tova Leigh schildert darin in ihrer überspitzten, unnachahmlichen Art die viel zu hohen Anforderungen an Mütter. Das Video ging viral und taucht überall auf Facebook auf. Gefunden habe ich es auch auf http://www.bunte.de

Sie beginnt damit, dass man als Eltern heute immer mehr vermittelt bekommt, dass es nicht mehr ausreicht, seine Kinder „NUR“ zu lieben, sie zu versorgen und zu pflegen. In Folge zählt sie alle möglichen und unmöglichen Dinge auf, die verlangt werden. Wir haben darüber ja vor einiger Zeit schon im Beitrag über den Film „Bad Moms“ hier auf meinem Blog diskutiert. Und wenn man die Resonanz auf den angeführten Link sieht, dann ist wieder zu erkennen, wie sehr es Mütter und wahrscheinlich auch Väter beschäftigt.

Es gibt vor allem zwei Punkte, die Tova Leigh anführt, die mich beschäftigen:

  1. Eine gefestigte, liebevolle Eltern-Kind-Beziehung ist und bleibt die Grundvoraussetzung für Entwicklung. Manchmal gelingt das leichter und in Krisensituationen etwas schwerer. Aber die positive, unterstützende Grundeinstellung zu seinem Kind sollte immer bestehen bleiben und für das Kind spürbar sein. So kann es sich gut entwickeln und auch ausprobieren. Denn es weiß, dass die Beziehung bestehen bleibt.
  2. Der zweite Punkt, ist die Aussage, dass Mütter von Geburt an wissen müssen, was zu tun ist. Dies finde ich eine der schwierigsten Herausforderungen, die die Gesellschaft stellt. In jedem anderen Beruf bekommt man eine Eingewöhnungsphase, man kann lernen und sich Zeit lassen. Nicht so, wenn man ein Kind bekommt. Natürlich ist es keine Frage, dass ein Kind von Anfang an umsorgt werden muss, da es zunächst völlig hilflos auf die Welt kommt. Jedoch sollte auch Eltern zugestanden werden, dass sie sich an ihre neue Rolle zunächst ein wenig herantasten müssen. Und das am besten noch ohne schiefe Blicke oder Besser-Wisser-Sprüche von anderen.

Versuch und Irrtum – auch in der Erziehung
Ich denke, dass es von großer Wichtigkeit wäre, den Druck aus der Erziehung wieder herauszunehmen. Sie ist ein Prozess, der manchmal besser und manchmal nicht so gut verläuft. Und nicht jeder Fehler, den man macht, hat gleich gravierende Auswirkungen auf die Entwicklung eines Kindes. Wenn das Grundgerüst zwischen Eltern und Kind passt und in guten wie in schlechten Zeiten stabil bleibt – wenn vielleicht manchmal auch ein wenig eingebeult – dann kann das Kind wachsen und sich zu einer eigenständigen Persönlichkeit entwickeln.

Was meint ihr?

 

 

Einmischen oder Raushalten?

Lange habe ich überlegt, ob ich das folgende Erlebnis mit euch teilen soll, denn eigentlich habe ich zu diesem Thema schon geschrieben. Sogar meine Startseite weist durch das Zitat von Alice Miller auf dieses Phänomen hin. Da es mich aber doch wieder erschrocken hat, dachte ich mir, ich teile es trotzdem mit euch und hol mir von euch Ideen und Meinungen.

Weinen macht Bauchweh
Ich war an der Supermarktkasse. Im Einkaufswagen neben meinen Kindern auch noch der gesamte Einkauf. Hinter mir wartete eine junge Mutter mit Kinderwagen und ebenfalls einer Menge Lebensmittel. Dahinter stand wiederum eine Frau mit ihrem Sohn. Für uns alle eine bekannte Situation: Das Baby im Kinderwagen weinte.

Ich bewunderte innerlich die junge Mutter, die mit ruhiger Stimme zu dem Baby sprach, gleichzeitig ihren Einkauf auf das Förderband legte. Ich für meinen Teil versuchte mich ein wenig zu beeilen, da ich aus eigener Erfahrung weiß, wie stressig die Situation mit einem weinenden Baby ist.
Die Mutter dahinter reagierte anders. Sie fragte die junge Mutter mit vorwurfsvoller Stimme, ob sie schon wisse, dass so viel Weinen bei einem Baby Bauchweh auslösen kann.

Einfach nur Kopfschütteln
Die junge Mutter sah die Frau nur verdutzt an, dann mich und wusste wohl nicht ganz, wie sie zu diesem Vorwurf kam. Ich selber bin nun eher der Typ Mensch, der bei so einer Sache nicht wirklich still sein kann und fragte die „Super-Mama“, was denn die Frau mit dem Baby machen soll. Natürlich holte auch ich mir einen vorwurfsvollen Blick in Richtung meiner zwei Kinder und die Frage, ob ich schon wisse, wie schädlich Bauchweh für Kinder ist.
Da ich meine Sachen in der Zwischenzeit bezahlt hatte, und mir nur daran gelegen war, dass die junge Mutter mit ihrem Baby aus dem Geschäft kommt, versuchte ich ihr noch ein aufmunterndes Lächeln zu schenken, zuckte mit den Schultern und ging meines Weges…. Gut, nicht ohne der anderen Mutter noch einmal kopfschüttelnd in die Augen zu schauen.

Nun würde mich eure Meinung interessieren: Wie hättet ihr reagiert? Sollte man sich da als Unbeteiligte einfach raushalten? Oder auch noch die andere Perspektive: Hatte jene Frau etwa Recht, indem sie die junge Mutter hinsichtlich ihres Verhaltens belehrt?