Lebenswürze Alltag

In meinem aktuellsten Artikel für die Kirchenzeitung beschäftige ich mich mit einem sehr alltäglichen Thema 😉

Hier gehts zum ganzen Beitrag.

 

Wieso hängt der hier so herum?

Eine Frage, die uns als Eltern in diesen Tagen begleitet ist, wie wir unseren Kindern erklären können, was an Ostern gefeiert wird. Denn zentral sind ja nicht der Osterhase, die Schokoladeeier oder die Nester, die versteckt werden. Ostern hat seinen Ursprung in der Geschichte Jesu, seinem Sterben und vor allem seiner Auferstehung.
Doch wie können wir Kindern die zunächst grausame Geschichte des Sterbens Jesu und dann die in Folge eigentlich auch für Erwachsene unbegreifliche Geschichte der Auferstehung näherbringen?

Die Fragen der Kinder
Unser Sohn hat uns schon vor einiger Zeit mit der Frage „Wieso hängt der da?“ ungewollt in Bedrängnis gebracht, als wir vor einem Kreuz gestanden haben, auf dem auch Jesus abgebildet war. Ihr kennt ihn wahrscheinlich auch, den nervösen Augenkontakt, der dann zwischen den Eltern hin und herwechselt, mit der stummen Frage „Was sollen wir denn jetzt bitte antworten?“. Erfindet man irgendeine Erklärung oder erzählt man die Geschichte, wie sie die Bibel vermittelt, ohne vielleicht zu sehr ins Detail zu gehen?

Die Wahrheit für Kinder
Naja, ihr kennt das auch: Über kurz oder lang „zwingen“ unsere Kinder uns zur Wahrheit, denn sie fragen so lange nach, bis wir keine Ausreden mehr haben. Das ist aber gut so, denn wir möchten ja eigentlich auch, dass die Kinder die Geschichte hinter Ostern immer besser kennen.

Unsere Antwort auf die oben gestellt Frage war: Jesus hat Dinge gesagt, mit denen viele andere Menschen damals nicht einverstanden waren. Sie haben ihn dafür bestraft, aber Jesus war es wichtig, seine Meinung bis zum Schluss zu vertreten.
Das Thema der Auferstehung ist als reale Geschichte schwer zu erklären und zu begreifen. Ich finde hier die Symbolik wirklich toll, die eine Gruppe engagierter Eltern in einer Kindermesse zu Ostern gewählt hat: Im Herbst pflanzen wir Blumenzwiebeln in die dunkle Erde. Wir schneiden die Sträucher zurück und bereiten alles für die Kälte der Winterzeit vor. Die Pflanzen verblühen, doch wenn wir sie richtig pflegen, dann erblühen sie im Frühling zu neuer Pracht.

Realität und Symbolik
Natürlich bleibt es die Entscheidung aller Eltern, wie sie Kindern die Ostergeschichte erklären, doch finde ich die Mischung aus realer Geschichte und Symbolsprache gerade bei dieser Thematik besonders passend. Denn Jesus am Kreuz begegnet Kindern an vielen Orten und löst in ihnen Fragen aus, die sie uns glücklicherweise stellen. Sie interessiert hier aber die reale Darstellung einer Menschenfigur am Kreuz. Die Geschichte der Auferstehung wiederum ist in realen Bildern nicht zu erklären, doch mit einer Symbolsprache erhalten wir die Möglichkeit, Kindern die Grundidee näher zu bringen.

Zudem können wir uns als Eltern auch immer wieder vor Augen führen, dass wir nicht mit einer einzelnen Antwort Ereignisse erklären müssen, mit denen sich die Menschheit seit Jahrhunderten auseinandersetzt. Steht nicht vielmehr auch hier wieder die Offenheit für das Gespräch mit unseren Kindern im Vordergrund?

Erneute Auszeichnung!

Ich freue mich sehr, dass die Redaktion von elterngeld.de mich das zweite Jahr infolge unter die Top 50 Mamiblogs gewählt hat.

Vielen Dank ans ganze Team und ein herzliches Dankeschön an euch, liebe Leserinnen und Leser!

Eure Veronika

„Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?“

Könnt ihr euch noch an den Deutschunterricht in der Schule erinnern? An das Auswendiglernen von Gedichten?

Gedichte
Bei manchen von uns war es der „Erlkönig“ von Gothe, andere hatten eines von Schillers Gedichten wie „Die Glocke“ oder „Die Bürgschaft“ auf dem Lehrplan. Für viele von uns war es eine Qual, ein ständiges Üben bis zu dem Zeitpunkt, als uns der Lehrer aufgerufen hat, das Gedicht vor der Klasse aufzusagen, um es gleich nach dem letzten Wort wieder zu vergessen.

Kindliche Neugier
Wenn ich an diese Ereignisse zurückdenke, dann betrachte ich meine Kinder noch einmal staunender. Scheinbar völlig mühelos merken sie sich Texte von Liedern oder auch Erzählungen aus Büchern. Sie singen mehrere Strophen, die sie vielleicht zwei Mal gehört haben. Wir meinen als Eltern, wir müssen mit ihnen tagelang ein paar Sätze für ein kleines Theaterstück lernen, während sie uns nach dem dritten Mal völlig verständnislos ansehen, weil der Text schon lange in ihrem Kopf ist.

Verlust der Selbstverständlichkeit
Ich komme bei dieser Beobachtung nicht umhin mich zu fragen, wann wir im Laufe unserer Entwicklung diese Fähigkeit verlieren. Hat es wirklich nur mit dem biologischen Abbau unseres Gehirns zu tun? Aber so schnell? Denn wir reden von vielleicht zehn Jahren, die zwischen der Freude am Lernen und der empfundenen Qual liegen.

Diese Freude ist bei kleinen Kindern nicht nur im Auswendiglernen zu erkennen, was für sie meist kein „Lernen“ im eigentlichen Sinn ist, sondern einfach Freude am Tun. Diese Kinder wollen entdecken, wollen lernen. Sie möchten ihren Namen schreiben, oder die Zahlen üben. Sie wollen rechnen und Neues entdecken.

Freude beibehalten
Während des Schreibens jetzt, und während ich meine Kinder im anderen Zimmer fröhlich ihre Lieder singen höre, überkommt mich ein Bedauern, wenn ich mir vor Augen führe, dass sie diese Leichtigkeit verlieren. Ich frage mich dann, welche Möglichkeiten es gibt, dies zu verhindern. Wie können wir Kindern diese Freude, die eigentlich mehr für uns Erwachsene wieder ein Vorbild sein sollte, erhalten?

Respekt ist keine Einbahnstraße

In meiner Serie in der Kirchenzeitung habe ich diesmal zu einem  – wie ich finde – ganz zentralen Thema geschrieben. Ich hoffe, euch gefällt’s!

zum Beitrag

„Augen auf, Ohren auf…“

Meine Blog-Kollegin Steffi von mamiundich.org hat vor Kurzem auf ihrem Blog das Thema „Kindersicherheit“ diskutiert.

Gefahren
Wir Eltern wissen von den vielen Gefahren, denen Kinder ausgesetzt sind – sei es im eigenen Haus oder auch im Straßenverkehr. Da wird eine Murmel zu einem Bonbon, die Höhe des Tisches passt perfekt zum raufklettern und runterspringen und die Kante des Kästchens gerät immer genau in den Laufweg; oder das Kind läuft noch schnell seinem Freund hinterher und vergisst, am Gehsteigrand stehen zu bleiben. Die Gefahrenliste scheint unendlich zu sein.

Sensibilisierung
Es geht als Eltern nicht nur darum, überall Gefahren zu sehen, den „Teufel an die Wand zu malen“, sondern um Achtsamkeit, die wir auch unseren Kindern beibringen sollten. Egal wie alt unsere Kinder sind, sollten wir nie vergessen, dass es schlussendlich noch immer Kinder sind. Sie sind – zum Glück – neugierig und bewegungsfreudig und sie sehen nicht überall Gefahren. Das ist einerseits gut, weil sie nicht ständig ängstlich sind. Auf der anderen Seite brauchen sie als kleine Kinder uns als Eltern, um diesen Blick zu übernehmen.

Warum wir nicht?
Doch auch bei diesem Thema geht es darum, sich selber an der eigenen Nase zu fassen.

Ein kurzes Beispiel: Für die Kinder ist es immer mehr eine Selbstverständlichkeit, auf dem Weg in den Kindergarten oder in die Schule eine Leuchtweste zu tragen. Das wird ihnen von Anfang an beigebracht und sie fragen auch danach, wenn sie keine bekommen. Doch dann sehen sie gleichzeitig auf ihrem Weg die vielen Erwachsenen, die in der Dunkelheit morgens weder eine Leuchtweste noch  ein Reflektorband tragen.

Helmi
Steffi hat auf ihrem Blog auf die neue Website von Helmi verwiesen und damit nicht nur bei mir nostalgische Erinnerungen geweckt. Denn wer von uns kennt Helmi nicht – das weiße Männchen mit dem roten Helm und seinem Hund? Ganz zu schweigen von seinem Lied „Augen auf, Ohren auf, Helmi ist da!“, das ich wohl die nächsten Wochen nicht mehr aus dem Kopf bekommen werde. Sie ruft uns Eltern wieder einmal unsere Verantwortung in Erinnerung, Sicherheit als eigenes Thema und als Thema für unsere Kinder zu sehen. Schließlich kann das Wissen darüber nicht nur vor Verletzungen schützen, sondern ist ein zentraler Schritt in Richtung Selbstständigkeit.

Vielen Dank dafür!

Auch mit Kindern sind wir ein Paar!

Heute möchte ich mich einer Frage widmen, die zwar nicht direkt mit Erziehung zu tun hat, aber dennoch passt. So ein kurzer Gedankenschwenker ist sicher erlaubt, oder?!

Wer ist euer Smartphone-Hintergrund?
Folgt ihr mir zu einem kurzen Fragespiel?
Also: Wenn ihr auf eure Smartphones schaut, wen seht ihr auf eurem Bildschirm? Ich traue ich zu wetten, dass die Antwort der meisten von euch „meine Kinder“ lauten wird. Noch eine andere Frage: Bevor ihr Kinder bekommen habt, wer erschien da auf eurem Bildschirm? Die Antwort hier lautet im Großteil der Fälle: „Von meinem Mann/Freund oder von meiner Frau/Freundin.“
Somit wäre meine letzte Frage: Wohin ist denn euer Partner/eure Partnerin verschwunden? Nicht bei euch allen sind die Partner real aus dem Leben verschwunden, doch sie geraten in den Hintergrund. Und das oft im wahrsten Sinne des Wortes.

Veränderungen
Kinder verändern das Leben eines Paares in vielerlei Hinsicht. Es kommt ein neues Mitglied in die Familie, das Aufmerksamkeit braucht. Es gibt mehr organisatorische Dinge, die besprochen werden müssen. Manche von euch haben vielleicht ein Haus gebaut oder eine Wohnung gekauft, sodass finanzielle Dinge geklärt und organisiert werden müssen. Oft gerät in dieser Phase des Lebens die Pflege der eigenen Partnerschaft in den Hintergrund. Es heißt „haushalten“ mit der eigenen Energie, die irgendwann auch ein Ende hat. Die Paare verlieren sich als Mann und Frau aus den Augen und sind primär Mutter und Vater. Die Zeit zu zweit wird weniger, die Müdigkeit am Ende des Tages größer. Auch die Gesprächsthemen drehen sich mehr um das Kind und alles, was dazu gehört. So verschwindet der Partner zunehmend von den Bildern.

Achtsamkeit
Wie in so vielen Bereichen des Lebens und speziell der Familie ist hier „Achtsamkeit“ das Zauberwort. Paarleben ist für sich eine Herausforderung und keine Selbstverständlichkeit. Es braucht Sorge und Aufmerksamkeit. So wird es eine noch größere Herausforderung, trotz Kind noch Paar zu bleiben und das Paar auch zu leben. Oder sagen wir besser „mit“ Kindern Paar zu sein, denn es soll nicht in Konkurrenz gestellt werden. Vielmehr geht es um ein Bewusstmachen in der Zeit, in der man zu zweit ist: beispielsweise abends nicht mehr über die Kinder zu sprechen, sondern über die eigenen Bedürfnisse, die eigenen Gefühle – oder auch einfach nur gemeinsam auf der Couch sitzen und ein Glas Wein genießen.