Zurück in die Schule

In der aktuellen Ausgabe der Kirchenzeitung habe ich mir Gedanken über die Bedeutung der Schule für Kinder gerade in der aktuell für uns alle herausfordernden Zeit gemacht.

Zum gesamten Beitrag kommt ihr hier.

Ich freue mich über Rückmeldungen und eure Gedanken dazu!

Ordnung ist wirklich nur das halbe Leben

So. Hattet ihr auch einen feinen Sommer?
Wir waren viel in der Natur – wandern, baden, radfahren – alles was das Bewegungsherz begehrt. Jetzt, da das Wetter umschlägt und nicht mehr so einladend ist, verbringen wir wieder mehr Zeit zu Hause. Und während man so beim Spielen und Lesen auf der Couch und in den Zimmern ist, wandert der Blick und stellt fest, dass sich doch einiges an Chaos und Staub in den letzten Wochen angesammelt hat, da man vielleicht im Haushalt nicht so fleißig war.

Runde Eins
Also schnappt man sich die Kinder und startet das Projekt „Aufräumen“.
Hierzu gibt es ja viele Tipps zum Nachlesen. Wie zum Beispiel: Machen Sie das Aufräumen zu einem Spiel. Oder: Belohnen Sie die Kinder danach. Trotz aller guter Ratschläge ist das Ende dieses Prozesses bei uns eigentlich immer das gleiche…
Die Kinder starten mit einem Augenrollen, aber sie starten immerhin. Beim recht schnell darauf folgenden „Wir sind fertig“ bin ich skeptisch, aber doch hoffnungsvoll, dass alles tatsächlich so schnell und ohne Diskussionen gegangen ist. Das Ergebnis der ersten Runde ist dann jedoch, dass alles vom Boden auf den Schreibtisch gelegt oder einfach in eine Ecke geschoben wurde.

Runde Zwei
Da das natürlich noch nicht wirklich effektiv ist, wird die nächste Runde gestartet. Dieses Mal ist das Stöhnen schon lauter und die Diskussion länger. Noch immer versuche ich aber standhaft zu bleiben und sage: „Ihr macht das selbst. Ich helfe euch nicht. Ich habe genug mit den anderen Räumen zu tun.“ Während ich mich nun durch den Staub in den anderen Räumen kämpfe, selber auch nicht gerade hochmotiviert, höre ich, wie die Kinder ständig neue Dinge in ihren Zimmern entdecken und beginnen damit zu spielen, anstatt sie zu verräumen. Wieder kämpft in mir die Ambivalenz, dass ich sie auf der einen Seite verstehe, weil diese Tätigkeit wirklich langweilig ist. Auf der anderen Seite aber steigt meine Befürchtung, dass es schlussendlich doch ich sein werde, die am Boden herumkriecht und aufsammelt.
Also werfe ich einen sehr zaghaften Blick in die Kinderzimmer, um festzustellen, dass sich tatsächlich nichts verändert hat, außer dass mein Sohn inzwischen gekleidet ist wie ein Pirat und meine Tochter als Biene herumläuft…

Die finale Runde
Doch schon eher genervt starte ich einen letzten Versuch, mit ihnen darüber zu sprechen, wie ich mir das Aufräumen vorstelle und warum es doch sinnvoll wäre, es zu tun. Die Vereinbarung wäre, dass sie die Dinge an ihren Platz zurückräumen und ich nachher abstaube und sauge. Während ich so rede, stelle ich plötzlich fest, wie ich beginne, die Bücher in die Regale zu räumen, die Legosteine in ihre Kisten zu werfen und die Puppen in ihre Betten zu legen.
Kurz und gut wandere ich schlussendlich dann doch gemeinsam mit den Kindern von Ecke zu Ecke und versuche Ordnung zu machen, von der wir doch alle insgeheim wissen, dass sie in ein paar Stunden wieder verschwunden ist.

Na, dann: Bis zum nächsten Mal 😉

 

Zurück zur Natur

In der aktuellen Zeitschrift „Familie“ des Vorarlberger Familienverbandes habe ich den untenstehenden Artikel zum Thema Naturschutz veröffentlicht, den ich euch auf diesem Weg gerne zur Verfügung stelle:

Schon Mark Twain sagte: „Natürlich interessiert mich die Zukunft. Ich will schließlich den Rest meines Lebens darin wohnen.“

Die Welt besteht aus Wechselbeziehungen zwischen ihren Lebewesen und ihrer Umwelt. Der Bestand all dessen, was wir riechen, sehen, schmecken und hören wird davon beeinflusst, wie wir damit umgehen. Mit Kindern über die Zukunft der Erde, über ihre eigene Zukunft auf dieser Welt zu sprechen, ist ein zentrales Anliegen von Eltern. Es bedeutet, sie mit dem Thema „Achtsamkeit“ zu berühren. Kinder lieben die Natur. Gerade in der jetzigen Jahreszeit, wo alles blüht und wächst, die Wälder und Wiesen grün sind, die Waldbäche fließen, gibt es für sie kaum etwas Schöneres als hinauszugehen und alles zu entdecken.

Schutz
Doch genau diese Welt gilt es zu schützen, denn wir haben nur diese eine. So können Kinder nicht früh genug lernen, auf sie achtzugeben. Doch wie können Eltern Kinder auf diesem Weg der Achtsamkeit begleiten? Wie können Themen wie Naturschutz, Mülltrennung, Verschwendung oder Ähnliches in den Alltag integriert werden? Denn nicht nur einzelne Gespräche oder Projekte sind notwendig.

Selbstverständlichkeit macht’s
Es braucht eine Selbstverständlichkeit im Handeln.
Ein wichtiger Punkt ist natürlich die Vorbildfunktion: Wenn Eltern ihren Kindern achtsames Verhalten vorleben, dann wird es zur Selbstverständlichkeit. Der Wasserhahn muss nicht während des Zähneputzens rinnen. Das Licht wird gelöscht, sobald das Zimmer verlassen wird oder auch die Sonne den Raum erhellt. Wenn die Zeichnung auf einem Blatt Papier nicht schön genug ist, dann kann es doch dennoch zum Flieger-Bauen verwendet werden. Lebensmittel sind wertvoll und nur weil ein Gemüse oder Obst nicht mehr ganz frisch ist, kann es trotzdem zu einem tollen Essen verarbeitet werden. Zur Arbeit, zur Schule oder zum Kindergarten wird nur in Ausnahmefällen mit dem Auto gefahren.

Erste Schritte
Es scheinen vermeintlich kleine Dinge zu sein, die ich hier beispielhaft aus einem Familienalltag herausgenommen habe. Aber es sind eben genau diese ersten Schritte, die Eltern mit ihren Kindern machen können, um sie für das Thema Umweltschutz zu sensibilisieren. Gleichzeitig ist es wichtig, den Kindern sowohl die negativen, vor allem aber auch die positiven Auswirkungen ihres Handelns zu zeigen bzw. erfahrbar zu machen. Denn in diesen Erfahrungen erschließt sich für Kinder schließlich die Notwendigkeit. Gerade in den vergangenen Wochen war die Natur eine Art Zufluchtsort für viele Familien. Durch die Beschränkungen waren Freizeitaktivitäten gesperrt, die Eltern mit ihren Kindern normalerweise besuchen. So wurde zum Beispiel das Wandern oder auch das Picknick am Wasser zur willkommenen Abwechslung im Alltag.

Freiheit der Natur
Der Weg in die Natur bedeutete Freiheit und Durchatmen für alle Familienmitglieder. In dieser Umgebung ist es für Eltern einfach, Kinder auf spannende Weise dahingehend zu sensibilisieren, dass ihr Verhalten Auswirkungen hat. Beim Wandern in den Bergen kann Kindern zum Beispiel gezeigt werden, wie wichtig es ist, auf den gekennzeichnet Wegen zu bleiben. Denn nur so können Blumen und Sträucher wachsen. Nur so können auch die beeindruckenden  Ameisenhügel entstehen, an denen keine Familie ohne Halt vorbeikommt. Während dieser Erlebnisse kann mit Kindern auch besprochen werden, warum es notwendig ist, den Müll nach der Jause wieder mitzunehmen und was passieren würde, würden alle Menschen ihn einfach liegen lassen.

Möglichkeiten nutzen
Die Möglichkeiten, Natur und Naturschutz für Kinder erfahrbar und begreifbar zu machen, sind unendlich und vielfältig. Doch sind sie von uns Eltern abhängig, ihr Verhalten dementsprechend zu sensibilisieren. Die Rückbesinnung der letzten Wochen auf die Unbezahlbarkeit der Schöpfung kann wieder als Weckruf genutzt werden, sich selbst und seinen Kindern dieses Geschenk vor Augen zu führen.

 

 

Die Phasen einer Beziehung

Heute wieder einmal ein Abstecher zu einem etwas anderen und doch passenden Thema: Partnerschaft.

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Wann und Wo“ in Vorarlberg, konnte ich meine Gedanken zu diesem Thema teilen.
Der Übergang von der Paarbeziehung hin zu einer Elternbeziehung ist für ein Paar immer wieder mit Krisen verbunden. Sich mit diesen zu beschäftigen und auseinanderzusetzen, ist für die gesamte Familie stets ein Gewinn.
Hier kommt ihr zum gesamten Artikel.

Wertvolle Väter-Zeit

Anlässlich des morgigen Vatertages habe ich mir im Rahmen meiner Beitragsreihe in der Kirchenzeitung Gedanken zur Vater-Kind-Beziehung gemacht.
Zum gesamten Beitrag kommt ihr hier.

Ich wünsche euch allen ein feines Wochenende!

Wandern als Quiz-Zeit

Es ist Wanderzeit – darum drehen sich auch einige meiner letzten Beiträge um das Wandern 😊
Wandern ist eine spezielle Aktivität mit Kindern. Denn auch wenn sie im Alltag kaum ruhig sitzen möchten, stöhnen sie und jammern, sobald ein Elternteil vorschlägt, einen Berg zu erklimmen.

Aber gut. Als Eltern wollen wir ja das Beste für unsere Kids und Bewegung an der frischen Luft ist doch für alle gut. Hat man es dann geschafft, alle Familienmitglieder ausreichend zu motivieren und geht das eigentliche Abenteuer los, wird man schon vor die nächste Herausforderung gestellt:
Die vielen Fragen eines Kindes.

Die Fragestunde
Und vielleicht kennt ihr in diesem Zusammenhang auch folgendes Gefühl: Eigentlich denkt ihr ja, ihr seid doch normal intelligent und habt auch ein ausgewogenes Allgemeinwissen. Doch sobald ihr mit euren Kindern unterwegs seid, fragt ihr euch, wo ihr die ganze Schulzeit mit eurer Aufmerksamkeit gewesen seid.
Da kommen dann Fragen wie: Wie hoch ist der Mount Everest? Wer war als erster Mensch oben? Wie lange muss ich da wandern? Gut, das könnte man noch schnell nachlesen. Aber dann geht es weiter: Wie viele Jacken brauche ich, damit mir dort oben nicht kalt wird? Wie kalt ist es da oben überhaupt? Also ich komme hier schon ordentlich ins Schwitzen.

Beispiel aus dem wahren Leben
Letzthin sind wir einen geologischen Lehrpfad durchwandert. Schließlich möchte man seinen Kindern ja auch etwas beibringen. Wir sind davon ausgegangen, dass der Weg beschildert ist, sodass wir Antworten auf mögliche Fragen darauf Ablesen könnten. Doch da haben wir die Rechnung ohne unseren Sohn gemacht, denn der wollte nur Dinge wissen, die auf diesen Schildern nicht angeführt sind. Wieder mussten wir ihm sagen: „Tut mir leid, das wissen wir nicht. Aber wir können zuhause nachlesen.“

Die „schlimmen“ Fragen
Sehr beliebt sind übrigens Fragen zur Botanik: Was ist das für eine Blume? Mama, wie heißt dieser Baum? Oder noch besser: Mama, wie HOCH wird dieser Baum?
Während mein Kopf dabei immer röter wird, meine Antworten immer stockender kommen, scheint der Wissensdurst meiner Kinder ungestillt, ja sogar größer zu werden. Natürlich ist das toll und begeistert irgendwo auch. Doch gefühlt nehme ich neben dem Rucksack mit leeren Jausenboxen und Trinkflaschen einen Rucksack gefüllt mit unbeantworteten Fragen mit nach Hause. Dies erlaubt mir dann keine gemütliche Erholung auf der Couch, sondern fordert ein Durchstöbern des Internets, damit ich den Kindern vielleicht doch noch ein paar Antworten nachliefern kann.

Was lernen wir? Wandern mit Kindern ist nicht nur für den Körper, sondern tatsächlich auch für den Geist ein großer Gewinn…

Suche Doch Kunstvolles

Ich liebe SuDoKu. Kennt ihr das? Diese Rätsel mit Zahlen, in denen man schauen muss, dass sowohl in der Vertikalen als auch in der Horizontalen eine Zahl sich nicht wiederholt. Sobald ich einmal den falschen Weg eingeschlagen habe, eine Zahl an eine Stelle gesetzt habe, an die sie nicht gehört, lässt sich das gesamte Rätsel nicht auflösen. Wie die meisten kenne ich bei diesem Spiel aber auch die Situation, dass ich einfach nicht weiterkomme. Ich starre darauf und überlege, spiele im Kopf mit den Zahlen, schiebe sie hin und her, denke, ich habe eine Lösung gefunden, nur um Festzustellen, dass ich auf diesem Weg nicht weiterkomme. Bevor ich dann das Rätselheft aus Verzweiflung zerreiße, lege es auf die Seite. Dann lenke ich mich mit einer anderen Tätigkeit ab, um später mit einem frischen Blick wieder auf die Herausforderung des Sudoku zu blicken. In den meisten Fällen ist es dann wirklich so, dass die Lösung sich als völlig logisch und einfach darstellt.

Warum erzähle ich euch das?
Wie viele Eltern stoßen mein Mann und ich in der Begleitung unserer Kinder immer wieder an unsere Grenzen. Wir werden mit Situationen konfrontiert, die uns an den Rand der Verzweiflung und an das Ende unserer Weisheit bringen. Auch wir scheinen dann mit der Zeit blind zu werden für neue Wege und neue Ideen. Vielmehr probieren wir immer dieselben Vorgehensweisen, die – logisch gedacht – gar nicht zu einem befriedigenden Ende führen können. So erleben wir in Folge eine zunehmende Eskalation der Situation und damit einhergehend eine Verengung unserer kognitiven Leistung.

Was hilft in solchen Situationen?
Eine Möglichkeit ist natürlich der Weg nach außen.
Eine zentrale Aufgabe in meinem Beruf besteht darin, Menschen genau in solchen Situationen eine neue Perspektive zu vermitteln. Durch fehlende persönliche Involvierung ist dies leichter möglich. Ein Blick von außen eröffnet oft ganz neue Erkenntnisse.
Eine andere Möglichkeit ist ein Vorgehen so wie beim Sudoku. Gut, wir können nicht unsere Kinder auf die Seite legen (auch wenn der Impuls manchmal da ist 😉). Aber wir können die Situation verlassen. Wir können und müssen unser Verhalten reflektieren. Denn es nützt nichts. Wir kommen sonst nicht weiter.

Es ist so wie dem Hirn wieder mehr Sauerstoff zukommen zu lassen. Dadurch weitet es sich und kann uns wieder neue Überlegungen zur Verfügung stellen, die hoffentlich helfen, eine Lösung für eine völlig verfahren scheinende Situation zu liefern.

PS: Besucht mich übrigens gerne neu auch auf Instagram (erziehungsgedanken). Freue mich auch dort über eure Kommentare!

 

 

Lebensübergänge – Von Neuem und Unbekannten

In der vergangenen Woche wurde ich von der Plattform http://www.eltern-bildung.at eingeladen, einen Beitrag zum Thema „Lebensübergänge“ zu schreiben.
Gerade in der aktuellen Zeit, in der unser Kinder und wir immer wieder mit neuen Situationen konfrontiert sind, ist es wichtig, die Übergänge gut zu gestalten.

Zum gesamten Beitrag kommt ihr hier. Ich freue mich auf eure Überlegungen zu diesem Thema.

Nach dem Sturm klart die Luft auf

In der vergangenen Ausgabe der Kirchenzeitung habe ich mich mit dem Thema „Umgang mit Konflikten“ auseinandergesetzt. Gerade in der aktuellen Zeit, in der Geschwister sehr viel Zeit miteinander verbringen, eine Situation, die beinahe alle Eltern kennen.
Zum gesamten Beitrag geht es hier.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure Erfahrungen und Ideen zum Umgang mit uns teilen würdet!

Verordnete Nähe braucht Achtsamkeit

Heute möchte ich einen etwas anderen Gedanken mit euch teilen: Eltern als Paar.

Wenn wir aus Rücksicht auf unsere Liebsten aktuell Abstand halten und zu Hause bleiben, dann führt das im engsten Familienkreis automatisch zu mehr Nähe. Wir verbringen so viel Zeit mit unseren Familien, wie noch selten zuvor. Der Umgang mit dieser ungewohnten Nähe bedingt eine besondere Achtsamkeit in der Partnerschaft, damit die normalerweise stärker getrennten Lebenswelten harmonieren. In einer solchen „Extremsituation“ werden die Rollen der Partnerschaft neu definiert. Dabei ist die Gefahr besonders hoch, dass jemand auf der Strecke bleibt. Vielfach werden uns die Rollen durch äußere Faktoren wie Job oder andere Verpflichtungen aufgedrängt und genau hier liegt der berühmte Hund begraben.

Während beispielsweise bei Familien mit schulpflichtigen Kindern vielerorts Männer auch zu Corona-Zeiten ihrer üblichen Beschäftigung nachgehen (müssen), sind es somit die Frauen, die beim Home-Schooling zusätzlich die Aufgaben der Schulbildung übernehmen und ihr eigenes Berufsleben zurückstecken. Weitere Beispiele sind der Jobverlust oder mögliche Existenzängste im Falle einer Selbständigkeit. All diese Faktoren und der auferlegte Umgang mit einem neuen Alltag belasten eine Beziehung und können zu Spannungen führen. In Verbindung mit der neuen Nähe schafft das eine große Herausforderung für eine Partnerschaft. Diese können wir dann bewältigen, wenn wir gerade jetzt offen miteinander in Verbindung treten, unsere Ängste, Anliegen und Wünsche kommunizieren und gleichzeitig dafür Sorge tragen, dass wir ein ebenso offenes Ohr für unser Gegenüber haben.