Wenn aus zwei drei werden…

Der Gedankenaustausch mit euch ist der Grundbaustein meines Blogs. Immer wieder wenden wir uns auch Tabuthemen zu. So auch dieses Mal.

Das Paar tritt zurück
Die Geburt eines Kindes wird von werdenden Eltern oft sehnsüchtig erwartet. In den Wochen und Monaten davor malen sie sich aus, wie ihr neues Leben wohl sein wird. Dabei widmen sie sich zwar zwischendurch auch dem Gedanken, was sich im Alltag alles ändern wird, doch dieser wird recht rasch zur Seite geschoben. Das ist grundsätzlich auch gut so, denn schließlich soll die Freude überwiegen. Wenn das Kind dann jedoch auf der Welt ist, kommt man als Eltern nicht mehr umhin, sich auch mit den Veränderungen auseinanderzusetzen.

Eine große Veränderung findet dabei auf der Paarebene statt. Mit der Geburt eines Kindes wird aus einem Zweier-Gespann ein Dreier-Gespann und die gesamte Dynamik verändert sich. Das Paar steht nicht mehr im Vordergrund. Am Anfang ist es meist das Gegenteil: Dieses kleine Wesen braucht viel Aufmerksamkeit, Zuwendung und Zeit, sodass die zeitlichen Ressourcen für das Paarleben sich deutlich reduzieren.

Lückenhafte Vorbereitung
In den Geburtsvorbereitungskursen wird viel Aufmerksamkeit der Geburt und den damit verbundenen Vorgängen gewidmet. Auch die Pflege des Kindes danach wird besprochen. Doch junge Paare bekommen nur selten den Raum, sich gedanklich auch auf die Veränderungen vorzubereiten, die ihre Zweisamkeit betrifft.

Dabei handelt es sich eigentlich um einfach Mathematik: Die Zeit bleibt gleich. Der Tag hat weiterhin 24 Stunden. Doch anstatt, dass diese nur auf zwei Personen verteilt werden, werden sie auf drei Personen verteilt. Somit hat jedes Familienmitglied prozentuell nun weniger Zeit.

Gut, das klingt nun sehr trocken und unemotional. Doch ist es eigentlich genau das, was viele Paare  -vor allem mit Kleinkindern – an ihre Grenzen bringt. Wir haben noch nicht einmal die körperlichen Veränderungen der Frau durch die Schwangerschaft, den Schlafentzug und auch die Einschränkungen in Freizeit und Unabhängigkeit erwähnt.

Darüber reden bringt Erleichterung
Ihr wisst, dass ich Anhängerin von Offenheit bin. Wie bei manch anderen Themen, die wir schon besprochen haben, ändert zwar das Reden an sich nicht die Tatsache selber, aber es bringt doch Erleichterung, wenn wir uns diesbezüglich mit anderen austauschen können. Es steht dabei nicht primär das Jammern im Vordergrund. Eigentlich geht es um Prävention. Junge Eltern sollten neben dem ganzen Glück von Anfang an auch die Veränderungen im Blick haben, die auf sie als Paar zukommen. Sie sollen den Raum und die Worte dafür bekommen, vor allem miteinander darüber zu reden. So kann vielleicht die eine oder andere Beziehung gerettet werden, die an falschen Erwartungen und an der Sprachlosigkeit zu scheitern droht.

Bitte Lächeln! Aber nur für uns!

Die Initiative „Schau hin! Was dein Kind mit Medien macht“ hat die Blogparade „Kinderfotos im Netz“ ins Leben gerufen und damit – wieder einmal – ein sehr wichtiges Thema in unserer heutigen mediengeprägten Gesellschaft ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt.

Unterschiedliche Ansichten
Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich in dem Beitrag „Nackte Tatsachen“ dieses Thema besprochen. Die Reaktionen auf meine Ansicht, allgemein mit Bildern von Kindern sensibel umzugehen und bei Nacktbildern noch einmal umsichtiger zu sein, waren sehr unterschiedlich und nicht immer bin ich dabei auf Verständnis gestoßen. Nicht alle Erwachsenen teilen die Ansicht, dass auch Kinder ein Recht auf Privatsphäre haben.

Kinderfotos auf unserem Blog
Natürlich habe ich mir, als ich meinen Blog gestartet habe, hinsichtlich der bildlichen Darstellung viele Gedanken gemacht. Zeige ich unsere Kinder? Nehme ich sie als Motiv zur Veranschaulichung des Textes? Ich habe mich bewusst und sehr schnell dagegen entschieden, die Gesichter unserer Kinder zu zeigen. Manchmal sieht man sie von hinten oder einzelne, zum Thema passende Körperausschnitte.

Erziehungsaufgabe Grenzen
Als Eltern ist es uns von Geburt des Kindes an ein wichtiges Anliegen, ihm beizubringen, für sich einzustehen und seinen Körper zu schützen, seine eigenen Grenzen zu wahren und „Nein“ zu sagen. Gleichzeitig ist aber zu beobachten, dass viele Eltern diese Grenzen selber nicht respektieren. Da werden bereits aus dem Kreißsaal Fotos verknautschter Babies an Familie, reale, aber auch virtuelle Freunde verschickt. Das ist heutzutage schnell mit einem Klick erledigt.
Früher musste das Foto noch im Geschäft entwickelt, vervielfältigt und dann noch mit der Post verschickt werden. Da blieb viel Zeit, sich zu überlegen, ob das Motiv dem Kind gerecht wird und passend ist. Dennoch wurde auch damals nicht immer sensibel mit diesen Dingen umgegangen. Denken wir nur an die vielen Stiegenhäuser oder Wohnungseingänge, die tapeziert waren mit manchmal mehr oder weniger passenden und auch peinlichen Kinderfotos.

Vorbildfunktion
Damit wir uns recht verstehen: Auch ich mache begeistert Bilder unserer Kinder und bin froh um die Kamerafunktion des Smartphones, da wir bei den Ausflügen meistens den Fotoapparat zu Hause liegen lassen. Doch die Frage bleibt dann, was mit diesen Bildern passiert.
Noch kniffliger wird die Sache bei den Jugendlichen: Viele von ihnen posten gerne die unterschiedlichsten Bilder von sich und geben sie damit einer virtuellen Welt frei, in der sie die wenigsten Menschen tatsächlich kennen. Sie haben keinerlei Kontrolle mehr darüber, was mit den Bildern passiert und nur zu oft hören wir in den Medien oder auch in privaten Kreisen, wie die Bilder in Folge unter anderem für Mobbing missbraucht werden.

Aufruf!
Es geht mir bei diesem Thema nicht um die Verunglimpfung der sozialen Medien oder des Internets. Für mich stehen vielmehr das Zurückbesinnen und die Sensibilisierung im Vordergrund.
Lasst uns als Erwachsene sensibel sein hinsichtlich der Privatsphäre unserer Kinder und diese genauso schützen, wie wir das mit unserer eigenen machen. In manchen Situationen vielleicht sogar noch etwas mehr, denn Kinder können noch nicht selber entscheiden. Wenn wir hier aufmerksam sind und die Gründe dafür immer wieder mit unseren Kindern besprechen, lernen sie, zukünftig selber achtsam zu sein. Schließlich ist und bleibt: Das Internet vergisst nicht!

Was? Wann? Wer? Wo? Wie?

Der Frühling ist eine tolle Jahreszeit. Nach dem Dunkeln und der Kälte des Winters singen am Morgen wieder die Vögel und die Sonne scheint. Und so, wie die Blumen aus dem Boden sprießen, so stapeln sich auch im Briefkasten die Anmeldungsaufforderungen für die Kinder.

Grübeln
Wir Eltern müssen sehr viele, für die Kinder zukunftsweisende Entscheidungen treffen. Dabei geht es nicht nur um die Basisentscheidungen, ob das Kind ab Herbst in die Spielgruppe oder in den Kindergarten gehen soll. Eine solche Entscheidung ist meist noch viel komplexer.

Ein kleines Beispiel:
Bei einem 3 1/2 –jährigen Kind steht für Herbst eben die beschriebene Frage an: Spielgruppe oder Kindergarten. Dann die große Frage: Welche außerhäusliche Unterbringung? Die im gleichen Dorf oder doch besser in der nächsten größeren Stadt; ein englischer Kindergarten, einer mit Montessoripädagogik oder doch ein Waldkindergarten?
Für manche Eltern stellt sich noch ein weiterer Themenkomplex: Sollen die Kinder in den selben Kindergarten und sollen sie dort in die gleiche Gruppe? Oder ist es besser, sie zu trennen? Wie viele Tage in der Woche ist ein Besuch günstig? Braucht es eine Mittagsbetreuung?
Die Liste scheint geradezu unendlich zu sein.

Gefühle Endlosschleife
Als Eltern hat man das Gefühl, wenn eine Frage beantwortet ist, dann stellt sich gleich die nächste. Und diese Entscheidungen hören nicht auf. Sie gehen noch viele Jahre weiter.
Gleich vorweg: Die Chancen, die unsere Kinder in unserem Land im Bildungssystem haben, sind toll. Doch stellen sie die gesamte Familie einfach auch vor zahlreiche Entscheidungen. Und meistens sammeln sich diese im Frühjahr, sodass sich manchmal ein Gefühl der Überforderung einschleicht. Als Eltern verspürt man den Druck der Verantwortung, der auf einem lastet. Der Druck, ja den richtigen Weg für das Kind einzuschlagen.

Tief durchatmen!
Ich möchte heute für uns Eltern einen kurzen Moment des Durchatmens schaffen: Denn auch wenn es gut ist, wenn wir uns dieser Verantwortung bewusst sind, und die Entscheidungen wohl überlegt treffen, sollten wir eines nicht vergessen: Welchen Bildungsweg unsere Kinder auch immer einschlagen, die Familie und alles, was es hier bekommt und lernt, ist die wichtigste Basis, die wir schaffen können. Alles andere wird die Zeit zeigen!

Lebenswürze Alltag

In meinem aktuellsten Artikel für die Kirchenzeitung beschäftige ich mich mit einem sehr alltäglichen Thema 😉

Hier gehts zum ganzen Beitrag.

 

Wieso hängt der hier so herum?

Eine Frage, die uns als Eltern in diesen Tagen begleitet ist, wie wir unseren Kindern erklären können, was an Ostern gefeiert wird. Denn zentral sind ja nicht der Osterhase, die Schokoladeeier oder die Nester, die versteckt werden. Ostern hat seinen Ursprung in der Geschichte Jesu, seinem Sterben und vor allem seiner Auferstehung.
Doch wie können wir Kindern die zunächst grausame Geschichte des Sterbens Jesu und dann die in Folge eigentlich auch für Erwachsene unbegreifliche Geschichte der Auferstehung näherbringen?

Die Fragen der Kinder
Unser Sohn hat uns schon vor einiger Zeit mit der Frage „Wieso hängt der da?“ ungewollt in Bedrängnis gebracht, als wir vor einem Kreuz gestanden haben, auf dem auch Jesus abgebildet war. Ihr kennt ihn wahrscheinlich auch, den nervösen Augenkontakt, der dann zwischen den Eltern hin und herwechselt, mit der stummen Frage „Was sollen wir denn jetzt bitte antworten?“. Erfindet man irgendeine Erklärung oder erzählt man die Geschichte, wie sie die Bibel vermittelt, ohne vielleicht zu sehr ins Detail zu gehen?

Die Wahrheit für Kinder
Naja, ihr kennt das auch: Über kurz oder lang „zwingen“ unsere Kinder uns zur Wahrheit, denn sie fragen so lange nach, bis wir keine Ausreden mehr haben. Das ist aber gut so, denn wir möchten ja eigentlich auch, dass die Kinder die Geschichte hinter Ostern immer besser kennen.

Unsere Antwort auf die oben gestellt Frage war: Jesus hat Dinge gesagt, mit denen viele andere Menschen damals nicht einverstanden waren. Sie haben ihn dafür bestraft, aber Jesus war es wichtig, seine Meinung bis zum Schluss zu vertreten.
Das Thema der Auferstehung ist als reale Geschichte schwer zu erklären und zu begreifen. Ich finde hier die Symbolik wirklich toll, die eine Gruppe engagierter Eltern in einer Kindermesse zu Ostern gewählt hat: Im Herbst pflanzen wir Blumenzwiebeln in die dunkle Erde. Wir schneiden die Sträucher zurück und bereiten alles für die Kälte der Winterzeit vor. Die Pflanzen verblühen, doch wenn wir sie richtig pflegen, dann erblühen sie im Frühling zu neuer Pracht.

Realität und Symbolik
Natürlich bleibt es die Entscheidung aller Eltern, wie sie Kindern die Ostergeschichte erklären, doch finde ich die Mischung aus realer Geschichte und Symbolsprache gerade bei dieser Thematik besonders passend. Denn Jesus am Kreuz begegnet Kindern an vielen Orten und löst in ihnen Fragen aus, die sie uns glücklicherweise stellen. Sie interessiert hier aber die reale Darstellung einer Menschenfigur am Kreuz. Die Geschichte der Auferstehung wiederum ist in realen Bildern nicht zu erklären, doch mit einer Symbolsprache erhalten wir die Möglichkeit, Kindern die Grundidee näher zu bringen.

Zudem können wir uns als Eltern auch immer wieder vor Augen führen, dass wir nicht mit einer einzelnen Antwort Ereignisse erklären müssen, mit denen sich die Menschheit seit Jahrhunderten auseinandersetzt. Steht nicht vielmehr auch hier wieder die Offenheit für das Gespräch mit unseren Kindern im Vordergrund?

Erneute Auszeichnung!

Ich freue mich sehr, dass die Redaktion von elterngeld.de mich das zweite Jahr infolge unter die Top 50 Mamiblogs gewählt hat.

Vielen Dank ans ganze Team und ein herzliches Dankeschön an euch, liebe Leserinnen und Leser!

Eure Veronika

„Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?“

Könnt ihr euch noch an den Deutschunterricht in der Schule erinnern? An das Auswendiglernen von Gedichten?

Gedichte
Bei manchen von uns war es der „Erlkönig“ von Gothe, andere hatten eines von Schillers Gedichten wie „Die Glocke“ oder „Die Bürgschaft“ auf dem Lehrplan. Für viele von uns war es eine Qual, ein ständiges Üben bis zu dem Zeitpunkt, als uns der Lehrer aufgerufen hat, das Gedicht vor der Klasse aufzusagen, um es gleich nach dem letzten Wort wieder zu vergessen.

Kindliche Neugier
Wenn ich an diese Ereignisse zurückdenke, dann betrachte ich meine Kinder noch einmal staunender. Scheinbar völlig mühelos merken sie sich Texte von Liedern oder auch Erzählungen aus Büchern. Sie singen mehrere Strophen, die sie vielleicht zwei Mal gehört haben. Wir meinen als Eltern, wir müssen mit ihnen tagelang ein paar Sätze für ein kleines Theaterstück lernen, während sie uns nach dem dritten Mal völlig verständnislos ansehen, weil der Text schon lange in ihrem Kopf ist.

Verlust der Selbstverständlichkeit
Ich komme bei dieser Beobachtung nicht umhin mich zu fragen, wann wir im Laufe unserer Entwicklung diese Fähigkeit verlieren. Hat es wirklich nur mit dem biologischen Abbau unseres Gehirns zu tun? Aber so schnell? Denn wir reden von vielleicht zehn Jahren, die zwischen der Freude am Lernen und der empfundenen Qual liegen.

Diese Freude ist bei kleinen Kindern nicht nur im Auswendiglernen zu erkennen, was für sie meist kein „Lernen“ im eigentlichen Sinn ist, sondern einfach Freude am Tun. Diese Kinder wollen entdecken, wollen lernen. Sie möchten ihren Namen schreiben, oder die Zahlen üben. Sie wollen rechnen und Neues entdecken.

Freude beibehalten
Während des Schreibens jetzt, und während ich meine Kinder im anderen Zimmer fröhlich ihre Lieder singen höre, überkommt mich ein Bedauern, wenn ich mir vor Augen führe, dass sie diese Leichtigkeit verlieren. Ich frage mich dann, welche Möglichkeiten es gibt, dies zu verhindern. Wie können wir Kindern diese Freude, die eigentlich mehr für uns Erwachsene wieder ein Vorbild sein sollte, erhalten?