Nun ist es doch soweit

Wieder sitzen wir mit unseren Kindern zu Hause über den Schulbüchern. Jedoch nicht wie normalerweise zur Hausübung, sondern tatsächlich wieder im Home-Schooling. Daneben sind möglicherweise auch noch die jüngeren Geschwister zu betreuen, denen ebenfalls ihre Alltagsroutine abhandengekommen ist.

Lange hat die Politik uns weisgemacht, dass sie aus dem Lockdown im März – der sich im Bereich der Schulen ja bis in den Mai gezogen hat – gelernt hat. Die Auswirkungen nicht nur auf den Wissensstand, sondern vor allem auch auf die Psyche der Kinder waren enorm. Doch alles war Augenauswischerei. Die Kinder sind wieder zu Hause und wir Eltern sind am Unterrichten. Neben Homeoffice und Hausarbeit.

Es wird in den Medien so gerne von „E-Learning“ gesprochen. Davon, dass nun einfach alles digital stattfindet – wie es sich für die moderne Welt gehört. Doch neben den Auswirkungen auf die Altersgruppen, (dazu gleich mehr), noch ein kurze Frage: Habt ihr auch schon ein längeres Teammeeting oder ein Seminar/eine Tagung online durchgestanden? Die Konzentration sinkt. Die Augen und der Kopf schmerzen schnell.

 Alle Altersgruppen bleiben auf der Strecke
Volksschulkinder, bei denen die meisten Eltern darauf achten, dass sie eben nicht viel vor dem Computer sitzen, können auf diesem Weg nicht adäquat unterrichtet werden. Sie brauchen soziale Zuwendung und echte menschliche Wesen, die neben ihnen sitzen und ihnen die Dinge erklären. Kinder in den Unterstufen sind gerade erst in einer neuen Schule angekommen und wieder mit völlig neuem Unterrichtsmaterial konfrontiert. Ein Lernen ohne eine erwachsene Person ist nur schwer machbar.

Von der Politik aber völlig übersehen werden die älteren Jugendlichen. Sie wurden in einer schnellen Aktion schon vor drei Wochen aus den Schulen verbannt und nach Hause geschickt.
 „Jugendliche sitzen doch eh den ganzen Tag vor dem Computer und dem Handy, da passt das doch ganz gut, wenn Schule so stattfindet.“ Diese oder ähnliche Gedanken müssen den Verantwortlichen wohl durch den Kopf gegangen sein, als sie ihre Entscheidung gefällt haben. Leider wurde auch hier aus dem ersten Lockdown nichts gelernt. Denn die jungen Menschen bleiben auf der Strecke. Sie werden in ihrer Entwicklung stark eingeschränkt.
Durch die Schließung von Bars und Lokalen haben sie keine Möglichkeit, jugendliches Verhalten zu leben. In einem Lebensabschnitt, in dem es eigentlich um Abgrenzung vom Elternhaus geht, werden sie dieses Schrittes beraubt und gezwungen, noch enger als sonst mit ihnen zusammenzurücken.

Dass Kontakt über die sozialen Medien nur bedingt den tatsächlichen persönlichen Kontakt ersetzt, ist uns allen bekannt. Unterhält man sich mit diesen jungen Menschen???

Unbestritten müssen wir alle unseren Beitrag zur Verbesserung der Situation leisten. Natürlich liegt der Blick auf der körperlichen Gesundheit, auf dem Überleben der Menschen. Und genauso verständlich ist, dass nur eine funktionierende Wirtschaft unser aller Überleben und Wohlstand sichert.

Doch komme ich sowohl als Mama als auch als Psychologin nicht umhin mich zu fragen: Wo bleibt die psychische Gesundheit der Menschen? Wo bleibt der Blick auf die Eltern-Kind-Beziehung, die durch diese Maßnahmen noch einmal belastet wird – und das zum wiederholten Mal in diesem Jahr? Wieso werden ExpertInnen zu den verschiedenen Themen befragt, wenn dann doch nicht auf sie gehört wird?

Keine Wertung!
Der Fokus der meisten Maßnahmen liegt auf einer gewissen Altersspanne. Doch wieso wird überhaupt eine Wertung vorgenommen? Wir alle sind es wert, beschützt zu werden. Und genauso wären es auch die jungen Menschen gewesen, die verdient hätten, dass man ihnen ihre Chance auf eine gute Zukunft, Hoffnung und Optimismus  bewahrt.

Ich kann nur wie viele den Appell an die Entscheidungsträger richten, nicht der Verlockung nachzugeben, nach dem 6. Dezember „einfach die Weihnachtsferien früher starten zu lassen“. Denn das würde für einen gewichtigen Bevölkerungsanteil ein enormer Einschnitt in das Leben bedeuten und für einen hohen Prozentsatz an Kindern und Jugendlichen ein neues, enormes Defizit in ihrer Bildung, der geistigen und emotionalen Entwicklung.

Die Pause ist der Seele beste Freundin

Für die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Familie“ des Vorarlberger Familienverbandes habe ich untenstehenden Beitrag zum Thema „Pause“ verfasst.

Was wäre ein Musikstück ohne Pausen zwischen den Noten? Wie wäre die Schule ohne die große Pause am Vormittag?  Was wäre eine Zugfahrt ohne Haltestellen? Was würden Wintersportler ohne Sommerpause machen? Was wären 90 Fußballminuten ohne Pausentee?

In vielen Lebensbereichen sind Pausen ein zentraler Bestandteil und geben Struktur. Doch wenn wir uns den Alltag vieler Familien ansehen, scheint es keinen Platz und keine Erlaubnis für Pausen zu geben. Dieser Aspekt des Lebens wird vernachlässigt. Der Alltag ist durchstrukturiert und die Kalender zeigen keine freie Zeit mehr auf.

Die Fülle des Kalenders
In einem Familienkalender kommen die Termine aller Mitglieder zusammen. Da geht es um Schule, Kindergarten, Spielgruppe, Büro, Haushalt, Vereine, Freizeit, Mitgliedschaften, vielleicht dann noch Freunde/Freundinnen. Es ist schier keine Zeit vorgesehen um innezuhalten, durchzuatmen oder sich miteinander auszutauschen.
In der heutigen Gesellschaft ist ein vollgepackter Kalender ein Statussymbol. Nimmt sich jemand Zeit für sich selber oder können Eltern sagen, dass ihre Kinder frei und Zeit für ein Treffen mit FreundInnen haben, wirken sie wie Exoten. Pausen werden immer wieder mit Faulheit und Inaktivität gleichgesetzt.

Vermeintliche Verschwendung
Vergleichen wir das Familienleben doch einmal mit einer längeren Autofahrt:
Hier wird den FahrerInnen, aber auch BeifahrerInnen von allen ExpertInnen empfohlen, regelmäßig eine Pause einzulegen, um damit Körper und Geist zu erholen. Es gibt sogar Ratschläge, wie diese Pausen gestaltet werden können: eine feine Tasse Kaffee, eine kurze Sporteinheit oder ein Spaziergang. Nur so ist eine sichere Weiterfahrt möglich.
Ein Familienleben ist auch eine längere Reise, auf der es immer wieder Pausen braucht. Diese sind wichtig zur Erholung. Jedoch ist für Familien nicht nur das Durchatmen wichtig. In diesen Zeiten des vermeintlichen Nichtstuns passiert gerade besonders viel. Denn nur so können die Mitglieder wirklich in Kontakt miteinander sein und wirkliches Wissen über den anderen erwerben.

Missverhältnisse aufdecken
Kehren wir noch einmal zu einem am Beginn erwähnten Beispiel – dem Fußballspiel – zurück. Die Halbzeitpause wird von den SpielerInnen genutzt, um sich kurz zu regenerieren. Gleichzeitig aber nutzt das Trainerteam diese Zeit auch, um mit den SpielerInnen die bisherige Taktik und mögliche notwendige Anpassungen zu besprechen.
Auch diesen Aspekt können wir auf das Familienleben umlegen. In den Zeiten, die nicht von anderen Terminen verpackt sind, wird eine Familie mit sich selbst konfrontiert. Mit dem, was gut funktioniert, aber auch mit dem, was eher ungünstig ist, aber im Alltag durch alle anderen Aktivitäten überdeckt wird. Es findet echte Begegnung statt.

Abschluss
Eine indische Weisheit sagt: „Wir müssen von Zeit zu Zeit eine Rast einlegen und warten, bis unsere Seelen uns wieder eingeholt haben.“
Pausen im Familienalltag sind unerlässlich. Sie ermöglichen Erholung, sind aber gleichzeitig auch Quell höchster Kreativität. Sie geben die Möglichkeit, ins Stocken geratene Rädchen in Beziehungen, sei es in der gesamten Familie, in der Paarbeziehung oder zwischen den Geschwistern, zu ölen und wieder zum Laufen zu bringen.
Immer wieder müssen wir uns selber ermahnen und uns darauf aufmerksam machen, eine Pause einzulegen. Vielleicht haben Sie nach dem Lesen dieses Textes einen Moment Zeit, durchzuatmen und das Gelesene in Ruhe zu verarbeiten.

Ich wünsche Ihnen eine erholsame Pause 😉

Das geht doch allen Eltern so…

Das ist einer dieser Sätze, die wir hören, sobald wir ein Kind haben.
Auch mir ist aufgefallen, dass ich ihn sowohl oft gehört als auch immer wieder ausgesprochen habe. Grundsätzlich ist diese Aussage gut gemeint, soll auch Trost schenken und ein Gefühl der Zugehörigkeit entstehen lassen.

Zwiespältige Gefühle
In letzter Zeit beobachte ich an mir jedoch eine gewisse Ambivalenz zu dieser Aussage. Zunehmend habe ich begonnen, mich innerlich dagegen zu wehren. Doch warum eigentlich?
Wenn ich zum Beispiel bei meinen Kindern beobachte, dass sie in einer Phase sind, in der sie viel Widerstand zeigen und die Konflikthäufigkeit zunimmt. Oder sie immer mehr auch gegen Regeln im Haus rebellieren. Dann sträubt sich in mir alles gegen die Aussage, dass es allen Eltern so geht. Denn ich merke, dass mir diese Vorstellung nicht hilft. Ich sage mir dann: Das kann sein. Aber ich will es so nicht haben.
Auch so eine Situation, in der ich gemerkt habe, dass ich mich innerlich dagegen sträube, die gleichen Erfahrungen wie viele Eltern zu machen, ist jene der ständigen Diskussionen. Wenn am Wochenende die Unternehmungsplanung ansteht und das Wetter so herrlich ist, dass das Wander-Herz hüpft und für uns kein anderer Programmpunkt möglich ist, als in die Natur zu gehen und dann geht die Klage-Maschinerie der Kinder los. An diesem Punkt merke ich, dass ich nicht die gleichen Erfahrungen machen möchte. Ich möchte jene Kinder haben, die sagen: Klar, Mama. Super Idee! Wir packen gleich unsere Rucksäcke 😊-😊! Man darf ja noch ein bisschen träumen…

Doch Zugehörigkeit?
Gleichzeitig merke ich, dass wenn wir dann zum Beispiel beim Wandern sind und wir mit semi-begeisterten Kindern an anderen Familien vorbeigehen, deren Kinder auch nicht gerade strahlen, dann tröstet mich das Gefühl der Zugehörigkeit. Dann wird mir bewusst, dass es nicht so außergewöhnlich ist, was ich erlebe.
Oder auch die vielen von euch bekannte Situation des Fahrradfahrens mit Kindern. Es beruhigt mich tatsächlich, wenn ich andere Eltern beobachte, die mit ihren Kindern fahren und ihnen genauso hinterherrufen „Fahr vorsichtig! Schau nicht die ganze Zeit zurück! Konzentriere dich! Wenn du jetzt nicht gleich gerade fährst, dann fahre ich nicht mehr mit dir Rad.“ Höre ich diese Ausrufe spüre ich ein Durchatmen durch meinen Körper, ein Gefühl, nicht allein in solchen Situationen zu sein.

Nichts tut dann wohler, als zu hören, dass auch viele andere durch diese Erlebnisse durch müssen.

Gemeinsamkeiten helfen doch
Wir sehen also: Der Satz „Das geht doch allen Eltern so.“ ändert zwar nichts an der grundsätzlichen Herausforderung, der wir gegenüberstehen. Manchmal möchten wir uns auch dagegen auflehnen und sagen uns innerlich „Das mag sein, aber ich will das einfach nicht haben.“ Von Zeit zu Zeit ist er aber doch ein Trost und zeigt uns, dass nicht wir als Eltern versagen, sondern das Kinder einfach nur Menschen mit ihrer eigenen Persönlichkeit sind. Und mit diesen Persönlichkeiten umgehen zu lernen und sich darauf einzustellen, das geht wirklich allen Eltern so.

Also nur Mut: Wir schaffen das!

Zurück in die Schule

In der aktuellen Ausgabe der Kirchenzeitung habe ich mir Gedanken über die Bedeutung der Schule für Kinder gerade in der aktuell für uns alle herausfordernden Zeit gemacht.

Zum gesamten Beitrag kommt ihr hier.

Ich freue mich über Rückmeldungen und eure Gedanken dazu!

Ordnung ist wirklich nur das halbe Leben

So. Hattet ihr auch einen feinen Sommer?
Wir waren viel in der Natur – wandern, baden, radfahren – alles was das Bewegungsherz begehrt. Jetzt, da das Wetter umschlägt und nicht mehr so einladend ist, verbringen wir wieder mehr Zeit zu Hause. Und während man so beim Spielen und Lesen auf der Couch und in den Zimmern ist, wandert der Blick und stellt fest, dass sich doch einiges an Chaos und Staub in den letzten Wochen angesammelt hat, da man vielleicht im Haushalt nicht so fleißig war.

Runde Eins
Also schnappt man sich die Kinder und startet das Projekt „Aufräumen“.
Hierzu gibt es ja viele Tipps zum Nachlesen. Wie zum Beispiel: Machen Sie das Aufräumen zu einem Spiel. Oder: Belohnen Sie die Kinder danach. Trotz aller guter Ratschläge ist das Ende dieses Prozesses bei uns eigentlich immer das gleiche…
Die Kinder starten mit einem Augenrollen, aber sie starten immerhin. Beim recht schnell darauf folgenden „Wir sind fertig“ bin ich skeptisch, aber doch hoffnungsvoll, dass alles tatsächlich so schnell und ohne Diskussionen gegangen ist. Das Ergebnis der ersten Runde ist dann jedoch, dass alles vom Boden auf den Schreibtisch gelegt oder einfach in eine Ecke geschoben wurde.

Runde Zwei
Da das natürlich noch nicht wirklich effektiv ist, wird die nächste Runde gestartet. Dieses Mal ist das Stöhnen schon lauter und die Diskussion länger. Noch immer versuche ich aber standhaft zu bleiben und sage: „Ihr macht das selbst. Ich helfe euch nicht. Ich habe genug mit den anderen Räumen zu tun.“ Während ich mich nun durch den Staub in den anderen Räumen kämpfe, selber auch nicht gerade hochmotiviert, höre ich, wie die Kinder ständig neue Dinge in ihren Zimmern entdecken und beginnen damit zu spielen, anstatt sie zu verräumen. Wieder kämpft in mir die Ambivalenz, dass ich sie auf der einen Seite verstehe, weil diese Tätigkeit wirklich langweilig ist. Auf der anderen Seite aber steigt meine Befürchtung, dass es schlussendlich doch ich sein werde, die am Boden herumkriecht und aufsammelt.
Also werfe ich einen sehr zaghaften Blick in die Kinderzimmer, um festzustellen, dass sich tatsächlich nichts verändert hat, außer dass mein Sohn inzwischen gekleidet ist wie ein Pirat und meine Tochter als Biene herumläuft…

Die finale Runde
Doch schon eher genervt starte ich einen letzten Versuch, mit ihnen darüber zu sprechen, wie ich mir das Aufräumen vorstelle und warum es doch sinnvoll wäre, es zu tun. Die Vereinbarung wäre, dass sie die Dinge an ihren Platz zurückräumen und ich nachher abstaube und sauge. Während ich so rede, stelle ich plötzlich fest, wie ich beginne, die Bücher in die Regale zu räumen, die Legosteine in ihre Kisten zu werfen und die Puppen in ihre Betten zu legen.
Kurz und gut wandere ich schlussendlich dann doch gemeinsam mit den Kindern von Ecke zu Ecke und versuche Ordnung zu machen, von der wir doch alle insgeheim wissen, dass sie in ein paar Stunden wieder verschwunden ist.

Na, dann: Bis zum nächsten Mal 😉

 

Zurück zur Natur

In der aktuellen Zeitschrift „Familie“ des Vorarlberger Familienverbandes habe ich den untenstehenden Artikel zum Thema Naturschutz veröffentlicht, den ich euch auf diesem Weg gerne zur Verfügung stelle:

Schon Mark Twain sagte: „Natürlich interessiert mich die Zukunft. Ich will schließlich den Rest meines Lebens darin wohnen.“

Die Welt besteht aus Wechselbeziehungen zwischen ihren Lebewesen und ihrer Umwelt. Der Bestand all dessen, was wir riechen, sehen, schmecken und hören wird davon beeinflusst, wie wir damit umgehen. Mit Kindern über die Zukunft der Erde, über ihre eigene Zukunft auf dieser Welt zu sprechen, ist ein zentrales Anliegen von Eltern. Es bedeutet, sie mit dem Thema „Achtsamkeit“ zu berühren. Kinder lieben die Natur. Gerade in der jetzigen Jahreszeit, wo alles blüht und wächst, die Wälder und Wiesen grün sind, die Waldbäche fließen, gibt es für sie kaum etwas Schöneres als hinauszugehen und alles zu entdecken.

Schutz
Doch genau diese Welt gilt es zu schützen, denn wir haben nur diese eine. So können Kinder nicht früh genug lernen, auf sie achtzugeben. Doch wie können Eltern Kinder auf diesem Weg der Achtsamkeit begleiten? Wie können Themen wie Naturschutz, Mülltrennung, Verschwendung oder Ähnliches in den Alltag integriert werden? Denn nicht nur einzelne Gespräche oder Projekte sind notwendig.

Selbstverständlichkeit macht’s
Es braucht eine Selbstverständlichkeit im Handeln.
Ein wichtiger Punkt ist natürlich die Vorbildfunktion: Wenn Eltern ihren Kindern achtsames Verhalten vorleben, dann wird es zur Selbstverständlichkeit. Der Wasserhahn muss nicht während des Zähneputzens rinnen. Das Licht wird gelöscht, sobald das Zimmer verlassen wird oder auch die Sonne den Raum erhellt. Wenn die Zeichnung auf einem Blatt Papier nicht schön genug ist, dann kann es doch dennoch zum Flieger-Bauen verwendet werden. Lebensmittel sind wertvoll und nur weil ein Gemüse oder Obst nicht mehr ganz frisch ist, kann es trotzdem zu einem tollen Essen verarbeitet werden. Zur Arbeit, zur Schule oder zum Kindergarten wird nur in Ausnahmefällen mit dem Auto gefahren.

Erste Schritte
Es scheinen vermeintlich kleine Dinge zu sein, die ich hier beispielhaft aus einem Familienalltag herausgenommen habe. Aber es sind eben genau diese ersten Schritte, die Eltern mit ihren Kindern machen können, um sie für das Thema Umweltschutz zu sensibilisieren. Gleichzeitig ist es wichtig, den Kindern sowohl die negativen, vor allem aber auch die positiven Auswirkungen ihres Handelns zu zeigen bzw. erfahrbar zu machen. Denn in diesen Erfahrungen erschließt sich für Kinder schließlich die Notwendigkeit. Gerade in den vergangenen Wochen war die Natur eine Art Zufluchtsort für viele Familien. Durch die Beschränkungen waren Freizeitaktivitäten gesperrt, die Eltern mit ihren Kindern normalerweise besuchen. So wurde zum Beispiel das Wandern oder auch das Picknick am Wasser zur willkommenen Abwechslung im Alltag.

Freiheit der Natur
Der Weg in die Natur bedeutete Freiheit und Durchatmen für alle Familienmitglieder. In dieser Umgebung ist es für Eltern einfach, Kinder auf spannende Weise dahingehend zu sensibilisieren, dass ihr Verhalten Auswirkungen hat. Beim Wandern in den Bergen kann Kindern zum Beispiel gezeigt werden, wie wichtig es ist, auf den gekennzeichnet Wegen zu bleiben. Denn nur so können Blumen und Sträucher wachsen. Nur so können auch die beeindruckenden  Ameisenhügel entstehen, an denen keine Familie ohne Halt vorbeikommt. Während dieser Erlebnisse kann mit Kindern auch besprochen werden, warum es notwendig ist, den Müll nach der Jause wieder mitzunehmen und was passieren würde, würden alle Menschen ihn einfach liegen lassen.

Möglichkeiten nutzen
Die Möglichkeiten, Natur und Naturschutz für Kinder erfahrbar und begreifbar zu machen, sind unendlich und vielfältig. Doch sind sie von uns Eltern abhängig, ihr Verhalten dementsprechend zu sensibilisieren. Die Rückbesinnung der letzten Wochen auf die Unbezahlbarkeit der Schöpfung kann wieder als Weckruf genutzt werden, sich selbst und seinen Kindern dieses Geschenk vor Augen zu führen.

 

 

Die Phasen einer Beziehung

Heute wieder einmal ein Abstecher zu einem etwas anderen und doch passenden Thema: Partnerschaft.

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Wann und Wo“ in Vorarlberg, konnte ich meine Gedanken zu diesem Thema teilen.
Der Übergang von der Paarbeziehung hin zu einer Elternbeziehung ist für ein Paar immer wieder mit Krisen verbunden. Sich mit diesen zu beschäftigen und auseinanderzusetzen, ist für die gesamte Familie stets ein Gewinn.
Hier kommt ihr zum gesamten Artikel.

Wertvolle Väter-Zeit

Anlässlich des morgigen Vatertages habe ich mir im Rahmen meiner Beitragsreihe in der Kirchenzeitung Gedanken zur Vater-Kind-Beziehung gemacht.
Zum gesamten Beitrag kommt ihr hier.

Ich wünsche euch allen ein feines Wochenende!

Wandern als Quiz-Zeit

Es ist Wanderzeit – darum drehen sich auch einige meiner letzten Beiträge um das Wandern 😊
Wandern ist eine spezielle Aktivität mit Kindern. Denn auch wenn sie im Alltag kaum ruhig sitzen möchten, stöhnen sie und jammern, sobald ein Elternteil vorschlägt, einen Berg zu erklimmen.

Aber gut. Als Eltern wollen wir ja das Beste für unsere Kids und Bewegung an der frischen Luft ist doch für alle gut. Hat man es dann geschafft, alle Familienmitglieder ausreichend zu motivieren und geht das eigentliche Abenteuer los, wird man schon vor die nächste Herausforderung gestellt:
Die vielen Fragen eines Kindes.

Die Fragestunde
Und vielleicht kennt ihr in diesem Zusammenhang auch folgendes Gefühl: Eigentlich denkt ihr ja, ihr seid doch normal intelligent und habt auch ein ausgewogenes Allgemeinwissen. Doch sobald ihr mit euren Kindern unterwegs seid, fragt ihr euch, wo ihr die ganze Schulzeit mit eurer Aufmerksamkeit gewesen seid.
Da kommen dann Fragen wie: Wie hoch ist der Mount Everest? Wer war als erster Mensch oben? Wie lange muss ich da wandern? Gut, das könnte man noch schnell nachlesen. Aber dann geht es weiter: Wie viele Jacken brauche ich, damit mir dort oben nicht kalt wird? Wie kalt ist es da oben überhaupt? Also ich komme hier schon ordentlich ins Schwitzen.

Beispiel aus dem wahren Leben
Letzthin sind wir einen geologischen Lehrpfad durchwandert. Schließlich möchte man seinen Kindern ja auch etwas beibringen. Wir sind davon ausgegangen, dass der Weg beschildert ist, sodass wir Antworten auf mögliche Fragen darauf Ablesen könnten. Doch da haben wir die Rechnung ohne unseren Sohn gemacht, denn der wollte nur Dinge wissen, die auf diesen Schildern nicht angeführt sind. Wieder mussten wir ihm sagen: „Tut mir leid, das wissen wir nicht. Aber wir können zuhause nachlesen.“

Die „schlimmen“ Fragen
Sehr beliebt sind übrigens Fragen zur Botanik: Was ist das für eine Blume? Mama, wie heißt dieser Baum? Oder noch besser: Mama, wie HOCH wird dieser Baum?
Während mein Kopf dabei immer röter wird, meine Antworten immer stockender kommen, scheint der Wissensdurst meiner Kinder ungestillt, ja sogar größer zu werden. Natürlich ist das toll und begeistert irgendwo auch. Doch gefühlt nehme ich neben dem Rucksack mit leeren Jausenboxen und Trinkflaschen einen Rucksack gefüllt mit unbeantworteten Fragen mit nach Hause. Dies erlaubt mir dann keine gemütliche Erholung auf der Couch, sondern fordert ein Durchstöbern des Internets, damit ich den Kindern vielleicht doch noch ein paar Antworten nachliefern kann.

Was lernen wir? Wandern mit Kindern ist nicht nur für den Körper, sondern tatsächlich auch für den Geist ein großer Gewinn…

Der geschwungene Erziehungspfad

Wir leben in einer Zeit, in der es immer höher, schneller, weiter und besser gehen muss, auch in der Erziehung von Kindern. Mit einem klaren Rezept werden in Windeseile perfekte junge Erwachsene hochgezogen. Doch schon Konfuzius sagte: „Der Weg ist das Ziel.“

Das Erziehungsziel
Von Geburt ihrer Kinder an haben die meisten Eltern einen klaren Plan, wie ihr Kind einmal „sein sollte“. Sie haben eine genaue Vorstellung davon, was sie sich für ihr Kind wünschen, welche Werte sie ihm gerne mitgeben möchten. Dieses Ziel gilt es so schnell wie möglich zu erreichen

„Wander“bares Beispiel
Bei einem Wanderausflug mit der Familie am Wochenende ist es fast genauso. Ein Ziel wird ausgesucht, genügend Jause mitgekommen und natürlich werden die Kinder entsprechend motiviert.
Oft können wir jetzt beobachten, dass für uns Eltern nun das Erreichen des Wanderziels an oberster Stelle steht. Nicht so aber für die Kinder. Egal, wohin die Wanderung gehen soll und wie lange sie ursprünglich geplant war, sie geht auf jeden Fall länger.

Der Weg der Entdeckungen
Denn es gibt auf dem Weg dorthin so viele Dinge zu entdecken, an denen es für Kinder unmöglich ist, vorbeizugehen. Da ist ein Fluss, in den Steinen geworfen werden oder das Wasser mit Hilfe eines Staudamms umgeleitet werden muss. Es gibt eine bunte Blumenwiese voller Pusteblumen, die alle weggeblasen werden. Nicht zu vergessen, die vielen Baumstämme, die es zu erklimmen gilt, oder auch Ameisenhügel, die für Begeisterung sorgen.

Was bleibt?
Wenn wir unsere Kinder dann am Abend fragen, was ihnen am besten gefallen hat, dann ist es ganz selten die Tatsache, dass sie einen „Gipfel“ erreicht haben. Es sind für sie die Dinge, die sie auf dem Weg entdeckt, gespürt und erlebt haben. Dinge, an denen wir als Erwachsene meist vorbeigegangen wären, eben weil unser Fokus das Erreichen des Wanderziels war.


Erziehung ist kein Sprint. Erziehung ist eine Wanderung, mit Höhen und Tiefen, auf deren Weg es immer wieder Neues und Spannendes zu entdecken und auszuprobieren gilt. Wenn wir als Eltern auf diesem Weg offen bleiben, dann werden wir reich beschenkt mit neuen Erkenntnissen und vor allem mit Kindern, die davon profitieren, dass nicht nur der „Gipfelsieg“ unser einziger Fokus ist.
Wichtig auf diesem Weg ist nicht nur Offenheit, sondern auch genug Proviant und Energie mitzunehmen. Denn wie uns auch die letzten Lebensmonate gelehrt haben, ist im Leben vieles nicht vorhersehbar.