Jetzt geht es erst los!

New York wird auch als die Stadt bezeichnet, die niemals schläft. Ich finde, diese Bezeichnung trifft aber auch auf etwas zu, was uns allen viel näher ist, als dieser Ort weit über dem Ozean: das kindliche Gehirn und der kindliche Körper!

Der Knopf ist gedrückt
Wir widmen uns hier einem Phänomen, das bisher noch niemand wirklich erklären kann.
Wenn es Abend wird und wir Erwachsene merken, dass unsere Körper träger werden, dass unser Geist langsam in den Ruhemodus fährt und sich nicht mehr anstrengen will, dann entsteht der Eindruck, dass das Hirn eines Kindes überhaupt erst in seine intensive Phase eintaucht.
Wir kennen das wohl alle: Wenn wir unsere Kinder ins Bett bringen wollen, dann sind sie wie die berühmten Batterie-Hasen – aber auf Höchstbetrieb 😉 Zudem ist in mir in letzter Zeit vermehrt aufgefallen, dass es auch wirklich völlig unabhängig davon ist, was am Tag unternommen wurde. Ob es ein Museumsbesuch war, der eigentlich viele Eindrücke hinterlassen hat, ob eine längere Wanderung, ob ein Tag im Hallenbad oder ähnliches. Das Gehirn und der Körper der Kinder scheinen nie müde zu werden.

Pause – Was ist das?
Es ist jedoch auch eine Ausweitung dieses Phänomens zu beobachten: Kinder brauchen auch am Tag nicht ständig Zeit sich zu erholen.
Wir machten vor Kurzem eine Städtetrip. Das ist mit Kindern immer ein wenig eine Herausforderung, weil es ein anstrengender Urlaub mit viel Laufen und Besichtigen ist. Wir haben uns für unser Tagespensum nie allzuviel vorgenommen und stets geschaut, wie wir auch Ruhepausen einbauen konnten. Aber wie es so ist mit den guten Plänen: sie gehen nicht auf…. Wir sind wirklich sehr viel gelaufen. Wir haben dann immer wieder eine Bank in einem Park gesucht und auch unsere Kinder dazu motiviert, sich ein wenig hinzusetzen. Aber schlussendlich saßen dann immer nur mein Mann und ich, während unsere Kinder irgendwo herumgeklettert sind. Gerade so, als ob sie nicht den restlichen Tag zuvor durch die halbe Stadt gelaufen sind.
Dazu kam dann noch, dass wir abends beinahe gleichzeitig eingeschlafen sind: Mein Mann und ich so früh, weil wir schlichtweg müde waren. Und unsere Kinder so spät, weil sie offensichtlich von den vielen Eindrücken des Tages völlig überwältigt waren, sodass auch die körperliche Erschöpfung, die also wirklich da sein musste 😊 nicht ausgereicht hat.

Wunsch nach gemeinsam
Ich nehme an, dass ihr uns mit ähnlichen Erzählungen erheitern könnt. Versteht mich recht: Es mag hier alles nach Augenzwinkern klingen, aber in der akuten Situation ist es unglaublich anstrengend, wenn die eigenen Batterien aufgeladen werden sollten, während der Tag der Kinder aus ihrer Sicht möglichst kein Ende finden sollte.
Ich denke, es geht uns hier wie vielen Einwohnern New Yorks: Manchmal hat dieses Phänomen seinen Charme und Reiz. Doch oft wäre es einfach auch schön, wenn das Licht auf den Straßen ausgeht und wenn die Kinder gleichzeitig mit uns zur Ruhe kommen würden.