Und wo war ich da?

Ach, ja, diese Kinderfragen… Allzu oft bringen sie uns als Eltern ins Schwitzen und an den Rande unserer Weisheit.

Vom Anfang des Lebens
Eine dieser Fragen, auf die ich im ersten Moment gar keine Antwort wusste und auch im Verlauf des Gesprächs nicht sicher war, ob ich wirklich eine gefunden habe, war folgende:
Irgendwie sind meine Kinder und ich im Gespräch auf das Auto zu sprechen gekommen, das ihr Vater und ich vor ihrer Geburt hatten. Wir haben über Marke und Farbe geredet und ob es einen Namen hatte. Das war für mich alles leicht zu beantworten. Doch dann kam die Frage: Und wo waren wir da? Da habe ich einmal geschluckt, denn wie erklärt man einem fünfjährigen und einem dreijährigen Kind, wo sie vor ihrer Geburt waren.

Erklärungsversuche
Ich habe es mit verschiedenen Zugängen versucht: „Da wart ihr noch nicht geboren.“ Das war einmal ein Anfang, doch das ergibt für Kinder noch keinen Sinn. Denn, sie waren zwar noch nicht auf der Welt, aber es muss sie doch irgendwie gegeben haben. Also gingen meine Versuche weiter, dieser zum Teil philosophischen Frage nachzukommen.
Ihr könnt euch mein Gestotter sicher vorstellen, während ich die erwartungsvollen Augen meiner Kinder gesehen habe. Ich konnte ihnen doch schließlich nicht einen Vortrag über Zellteilung und die Zeugung des Lebens halten, einfach weil sie das noch nicht verstehen würden.

Antwort muss sein
Meine Devise ist und bleibt zwar: Wenn Kinder Fragen stellen, ist es unsere Pflicht als Erwachsene, ihnen eine Antwort zu bieten. Manchmal müssen wir aber einfach auch akzeptieren, dass wir eine Frage nicht zur vollständigen Befriedigung aller in diesem Moment beantworten können.
Möglicherweise habt ihr ja eine gute Idee, aber mir ist weder im Gespräch mit den Kindern, noch jetzt, während ich den Blogtext schreibe, eine bessere Antwort eingefallen als: „Da hat es euch noch nicht gegeben.“ Ergänzt habe ich die Antwort mit der uns allen bekannten Beschreibung: „Da seid ihr noch mit den Mücken geflogen.“
Vielleicht ist es nicht die perfekte Antwort, aber sie honoriert das Interesse meiner Kinder. Zudem erleben meine Kinder, dass ich sie ernst nehme und versuche, ihren Wissensdurst zu stillen. Außerdem scheinen sie mit der Erklärung aktuell zufrieden zu sein. Sie zitieren sie zumindest häufig…