Wenn Kinder ehrlich sind

Kinder sind ehrliche Menschen. Das ist bewundernswert und sollte für uns Erwachsene öfter ein Vorbild sein. Sie sagen, was sie denken und sie beschreiben Situationen genauso, wie sie eben sind.
Davon können Eltern hin und wieder leidvoll ein Lied singen. Vor allem, wenn unsere Kinder Dinge von uns verraten, die wir doch lieber geheim gehalten hätten.

Zwei Situationen sind mir da aus eigener Erfahrung der letzten Zeit in Erinnerung.

  1. Das Haus für einen Ausflug zu verlassen, stellt ja immer wieder eine Stresssituation dar. So kam es eben auch vor, dass mein Mann und ich in eine Auseinandersetzung geraten sind. Kurz darauf sind wir auf meine Eltern getroffen, vor denen wir beide natürlich gelächelt hatten und so getan haben, als wäre nichts passiert. Ihr kennt sicher dieses Verhalten…
    Tja. Aber diese Rechnung haben wir ohne unsere Kinder gemacht, die gleich posaunt haben, dass Mama und Papa sich gerade gestritten haben…
  2. Vor Kurzem waren wir zum Essen eingeladen. Da ist meinem Sohn etwas auf den Boden gefallen. Er hat es aufgehoben und gleich in den Mund gesteckt. Da meinte jemand, dass so ein bisschen Staub ja auch ganz gesund ist. Die Antwort meines Sohnes traf mich in meinem Hausfrauenherzen: „Dann muss ich zu Hause ja nur unter das Bett kriechen. Da ist alles voller Staub.“

Ich hoffe, ihr musstet bei den Geschichten auch das eine oder andere Mal kurz auflachen.
In den einzelnen Situationen ist es mir zwar nicht so gegangen, aber danach konnte ich darüber schmunzeln. Denn nie hat unser Sohn die Unwahrheit gesagt. Er wollte uns ganz sicher auch nie absichtlich bloßstellen. Er sagte die Dinge, wie sie waren. Das mag sich zwar nicht automatisch angenehm anfühlen, aber andererseits ist das ständige Verheimlichen und so tun als wäre alles bestens auch sehr anstrengend.

Und übrigens habe ich natürlich gleich am nächsten Tag den Staubsauger in die Hand genommen 😉