„Müsle gang ga schlofa“ (Mäuschen geh schlafen)

PianoPapa Markus Sosnowski hat zu einer Blog-Parade zum Thema „Einschlafrituale“ aufgerufen. Und anlässlich des gestrigen Weltschlaftages möchte ich meine Überlegungen dazu mit euch teilen. Dieser wurde übrigens vor neun Jahren vom Weltverband für Schlafmedizin ins Leben gerufen. Er soll uns an die Vorteile eines guten und gesunden Schlafes erinnern.

Individualität
Einschlafrituale sind so individuell wie jede Familie, gar wie jedes Kind selber. Manche Kinder möchten abends noch eine Geschichte hören. Andere Kinder wiederum finden ihre Ruhe in Schlafliedern. Die Gestaltung eines Einschlafrituals ist ein sehr wichtiges und doch sensibles Thema. Denn alle Familienmitglieder sind müde. Die Kinder sollten eigentlich bald schlafen gehen, die Eltern freuen sich noch auf ein paar Stunden Zweisamkeit. Doch meistens dauert alles länger als ursprünglich geplant. Wenn Eltern sich dann auch noch zu ihren Kindern legen, kann es passieren, dass sie noch vor ihrem Nachwuchs einschlafen.

Noch einmal einen Schub Energie
Ein ruhig verlaufendes Ritual am Abend ist für Kinder wichtig. Dabei liegt die Betonung auch auf Ritual, denn tatsächlich ist es der sich stetig wiederholende Rhythmus, der nach außen hin zwar langweilig wirken mag, aber Kindern Ruhe vermittelt. Kinder genießen das Kuscheln am Abend noch einmal mehr. Sie brauchen die Nähe zu ihrer Bezugsperson und das Erleben von Sicherheit, um sich dem Schlaf hingeben zu können.

Das Phänomen der vielen Fragen am Abend
Oft wollen die Kinder besonders am Abend noch viele Fragen beantwortet bekommen oder Geschichten von ihrem Tag erzählen. Ihr Gehirn scheint keine Ruhe zu finden. Umso wichtiger ist es, dass Eltern sich ein für ihr Kind adäquates Ritual aussuchen. Es soll dabei nicht zu lange werden, sondern einen angenehmen Abschluss darstellen.

Als unsere Kinder kleiner waren, war das Vorsingen am Abend ganz wichtig. Dabei kam es vor, dass manche Lieder – sowohl bekannte, als auch neu erfundene – mehrere Male durchgesungen werden mussten. Besonders beliebt waren dabei „Müsle gang ga schlofa“, „Der Mond ist aufgegangen“ oder auch „Schlaf Kindlein schlaf“.

Momentan lieben unsere Kinder aber auch das Hören von Geschichten – dabei wieder bestehende oder neu ausgedachte Geschichten. Sie lieben besonders folgende Bücher: „Das große Gähnen“, „Wie kleine Tiere schlafen gehen“, „Wenn im Dunkeln Sternlein funkeln“ oder „Ins Bett gesteckt und zugedeckt“. Besondere Begeisterung rufen aber auch die vom Papa selber ausgedachten Geschichten über den kleinen Bär Muck hervor – und das sowohl bei Klein als auch Groß!

Diskussion zu „Wieviel Gefühl ist erlaubt“

Aus meinem letzten Blog-Beitrag „Wieviel Gefühl ist erlaubt“ ist eine Diskussion entstanden, an der ich euch gerne teilhaben lassen möchte.
Eine Mutter hat mich auf den letzten Satz in meinem Beitrag angesprochen: Und Kinder wollen in einem zu Hause aufwachsen, in dem laut gelacht wird, in dem bei einer gruseligen Geschichte alle große Augen bekommen oder in dem bei einem traurigen Anlass auch Tränen erlaubt sind.“
Als sie ihn gelesen hat, hat sie sich die Frage gestellt, was ist, wenn Eltern nicht gelernt haben, ihre Gefühle zu zeigen oder wenn sie einfach nicht der Typ sind, zum Beispiel laut zu lachen. Werden die Eltern dann nicht mit meiner Aussage unter Druck gesetzt?
Es ist ja tatsächlich so, dass Menschen sehr unterschiedlich im Ausleben ihrer Gefühle sind. Und diese können und sollen nur authentisch gelebt werden.

Wir haben dann vor allem zwei Aspekte diskutiert:
1. Das gemeinsame Lachen
Eigentlich geht es bei Gefühlen weniger darum, den Kindern etwas vorzuleben. Es steht vielmehr im Vordergrund, gemeinsam etwas zu erleben. Gemeinsam über eine lustige Geschichte zu lachen oder sich gemeinsam zu gruseln.

2. Kinder als Vorbilder
Und zudem: Können wir als Erwachsene nicht auch von unseren Kindern lernen, mit Gefühlen umzugehen? Vor allem kleine Kinder zensieren sich nicht. Wenn sie traurig sind, dann weinen sie. Wenn sie wütend sind, dann drücken sie das auf eine sehr direkte Art aus. Und wenn sie etwas lustig finden, dann lachen Kinder ein befreites, herzhaftes und meist ansteckendes Lachen.

Als wir darüber gesprochen haben, ist mir ein Erlebnis eingefallen.
Als ich vor Kurzem spazieren war, habe ich eine Mutter mit ihren Kindern beobachtet. Und diese Kinder haben lauthals gesungen. Man sah ihnen die Freude daran richtig an.
Und allen, die an dieser singenden Gruppe vorbeigegangen sind, zauberte es ein Lächeln aufs Gesicht. Ich selber musste auch Lächeln und dachte mir gleichzeitig: Manchmal könnten wir Erwachsene von Kindern wirklich etwas lernen: Diese Freiheit zu tun, was ich empfinde. Denn was Kinder wirklich immer sind, ist ehrlich. Sie lachen, wenn sie Freude empfinden. Aber sie lassen sich auch kein Lachen aufzwingen, wenn sie etwas nicht lustig finden. Und so sollte es bei allen Menschen sein: Gefühle ausdrücken, die ich empfinde, auf eine Art und Weise, die mir selber entspricht.