Die Rasenmäher-Eltern – Wenn das Beschützen zu weit geht

Erziehungsstile und damit einhergehend meist auch die Eltern, werden ja immer wieder sehr gerne und sehr schnell mit irgendwelchen Bezeichnungen beschrieben. Über eine für mich neue bin ich vor Kurzem gestolpert: Die Rasenmäher-Eltern.
Kennt ihr die?

Erklärung
Es handelt sich hierbei um eine Steigerungsform der sogenannten „Helikopter-Eltern“, über die wir ja schon im Beitrag „Ich bin doch kein Hubschrauber“ vor einiger Zeit mit kritischem Auge diskutiert haben. Der mit dem neuen Begriff beschriebene Erziehungsstil meint, dass Eltern ihren Kindern sämtliche Hindernisse, Konflikte und Hürden auf ihrem Lebensweg aus dem Weg räumen, ohne dass diese sich ihnen stellen müssen.
So mischen sich diese Eltern nicht nur in die Konflikte ihrer Kinder ein, sondern sie achten darauf, dass erst gar keine entstehen. Bekommen Kinder schwierige Hausaufgaben, unterstützen die Eltern sie nicht in der Lösungsfindung, sondern erledigen die Aufgaben selber.

Hintergedanke
Ich denke, dass alle Eltern den Impuls kennen, ihre Kinder vor „Schaden“ zu bewahren. Wir möchten ihnen Schmerzen, Verletzungen und auch Frustration ersparen. Im Grunde genommen ist das ein sehr schöner Gedanke, doch müssen wir uns fragen, ob wir damit unseren Kindern tatsächlich einen Gefallen tun. Schließlich besteht das Leben immer wieder aus Hindernissen, aus Fragen, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen, aus Entscheidungen, die wir treffen und dann vertreten müssen. Und auch wenn wir als Erwachsene es uns oft nicht eingestehen wollen: Auch kleine Kinder sind bereits mit diesen Dingen konfrontiert, sei es in der Spielgruppe oder mit Geschwistern oder auch mit uns Eltern.

Umdenken
Reale Gefahren gilt es natürlich abzuwenden – Rasenmäher – oder Helikopter-Eltern hin oder her. Es geht um Erfahrungen, die unsere Kinder machen sollten: gute, schlechte, herausfordernde, bereichernde. Denn sie können nur daraus lernen. Spüren sie nie die damit einhergehenden Gefühle oder Gedanken, wissen sie nicht, wie sie damit umgehen können oder wie sie bei einem anderen Mal handeln sollen, um es zu vermeiden.
Wir verschwinden als Eltern natürlich nicht. Wir sind stets in der Nähe des Kindes – ähnlich wie ein Auffangnetz, das da ist und im Notfall zum Einsatz kommt. Ansonsten aber eigentlich gar nicht spürbar ist.

Autor: Veronika von erziehungsgedanken.com

Mutter und Psychologin, die Theorie und Praxis miteinander verbindet. Was dabei entsteht? Entdeckt es selbst, bei erziehungsgedanken.com

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