Schenkt mir dein Ohr – einmal anders đŸ˜‰

Ihr kennt sicher auch die Redewendung „Jemandem ein Ohr abkauen“, oder?

Redefluss
Manche Eltern beklagen sich von Zeit zu Zeit, dass ihre Kinder ungebremst reden. Da gibt es unzĂ€hlige Fragen, die in den Köpfen der JĂŒngsten herumschwirren und unbedingt gestellt und beantwortet werden mĂŒssen. Gleichzeitig aber auch gefĂŒhlt unendlich viele Erlebnisse, die genau im gleichen Moment aus dem Mund sprudeln. Wir haben dann als Eltern das GefĂŒhl, dass uns der Kopf platzt, weil sowohl kein Platz mehr vorherrscht, als auch keine Antworten mehr verfĂŒgbar sind.

Umkehr
Aber kennt ihr auch den umgekehrten Fall?
Letzthin wurde mir bewusst, dass ich manchmal nicht „besser“ bin als meine Kinder.
Wenn ich die beiden zum Beispiel von der Spielgruppe oder dem Kindergarten abhole, dann ist meine erste Frage: Und wie war es? Was habt ihr gemacht?
Meine Tochter vertröstet mich inzwischen auf dem Heimweg mit den Worten „Das erzĂ€hl ich dir nachher beim Essen, Mama“. Mein Sohn dagegen hat mir eine Zeit lang jedes noch so kleine Detail erzĂ€hlt – vielleicht in der Hoffnung, dass mich das erschöpft. Aktuell nimmt er die Variante, dass er in einer ziemlich hohen Geschwindigkeit erzĂ€hlt, sodass er es möglichst schnell hinter sich hat.

Gesellschaft
In der Selbstbeobachtung ist mir aber auch zum Beispiel beim Einkaufen aufgefallen, dass ich viel mit meinen Kindern diskutiere.
Letzthin haben meine Tochter und ich fĂŒr meinen Sohn eine Jacke gekauft. Ich habe sie dann nach ihrer Meinung gefragt, welche Jacke ihr besser gefĂ€llt. Dabei ist mir erst spĂ€ter aufgefallen, wie ich von einer anderen Mutter bei diesen „Verhandlungen“ mit meiner Tochter beobachtet wurde. Ihr LĂ€cheln hat mir ein Bild davon gegeben, wie wir beide nach außen wirken.
Das alles wird mir noch einmal bewusster, wenn ich einmal ohne die beiden unterwegs bin. Ich muss zugeben, mir fehlt dann der Austausch und die Unterhaltung mit den zweien. Irgendwie ist dann der Einkauf zur halb so lustig.

Gegenseitiger Gewinn
NatĂŒrlich haben wir frĂŒher auch zu BilderbĂŒcher gegriffen, haben mit ihnen die Bilder angesehen und die jeweiligen Worte dazugesagt. Gleichzeitig haben wir uns aber von Geburt an immer einfach auch mit unseren Kindern unterhalten, im Auto, beim Essen, beim Spazierengehen. Im RĂŒckblick scheint ihnen das auf verschiedenen Ebenen gut getan zu haben. Sie haben das Sprechen toll gelernt und sie haben sich irgendwie als GegenĂŒber erlebt. Zudem machen sie es inzwischen gleich: Wenn Freunde oder Bekannte mit kleinen Kindern kommen, dann unterhalten sich unsere Kinder einfach mit ihnen, auch wenn diese selber noch nicht reden können und wahrscheinlich auch nicht immer verstehen, was unsere Kinder sagen.
Wie ihr aber seht, ist es auch fĂŒr mich als Mama ehrlich gesagt auch ein Gewinn, wenn meine Kinder mir hin und wieder ihr Ohr leihen 😉

Autor: Veronika von erziehungsgedanken.com

Mutter und Psychologin, die Theorie und Praxis miteinander verbindet. Was dabei entsteht? Entdeckt es selbst, bei erziehungsgedanken.com

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