Wieso hängt der hier so herum?

Eine Frage, die uns als Eltern in diesen Tagen begleitet ist, wie wir unseren Kindern erklären können, was an Ostern gefeiert wird. Denn zentral sind ja nicht der Osterhase, die Schokoladeeier oder die Nester, die versteckt werden. Ostern hat seinen Ursprung in der Geschichte Jesu, seinem Sterben und vor allem seiner Auferstehung.
Doch wie können wir Kindern die zunächst grausame Geschichte des Sterbens Jesu und dann die in Folge eigentlich auch für Erwachsene unbegreifliche Geschichte der Auferstehung näherbringen?

Die Fragen der Kinder
Unser Sohn hat uns schon vor einiger Zeit mit der Frage „Wieso hängt der da?“ ungewollt in Bedrängnis gebracht, als wir vor einem Kreuz gestanden haben, auf dem auch Jesus abgebildet war. Ihr kennt ihn wahrscheinlich auch, den nervösen Augenkontakt, der dann zwischen den Eltern hin und herwechselt, mit der stummen Frage „Was sollen wir denn jetzt bitte antworten?“. Erfindet man irgendeine Erklärung oder erzählt man die Geschichte, wie sie die Bibel vermittelt, ohne vielleicht zu sehr ins Detail zu gehen?

Die Wahrheit für Kinder
Naja, ihr kennt das auch: Über kurz oder lang „zwingen“ unsere Kinder uns zur Wahrheit, denn sie fragen so lange nach, bis wir keine Ausreden mehr haben. Das ist aber gut so, denn wir möchten ja eigentlich auch, dass die Kinder die Geschichte hinter Ostern immer besser kennen.

Unsere Antwort auf die oben gestellt Frage war: Jesus hat Dinge gesagt, mit denen viele andere Menschen damals nicht einverstanden waren. Sie haben ihn dafür bestraft, aber Jesus war es wichtig, seine Meinung bis zum Schluss zu vertreten.
Das Thema der Auferstehung ist als reale Geschichte schwer zu erklären und zu begreifen. Ich finde hier die Symbolik wirklich toll, die eine Gruppe engagierter Eltern in einer Kindermesse zu Ostern gewählt hat: Im Herbst pflanzen wir Blumenzwiebeln in die dunkle Erde. Wir schneiden die Sträucher zurück und bereiten alles für die Kälte der Winterzeit vor. Die Pflanzen verblühen, doch wenn wir sie richtig pflegen, dann erblühen sie im Frühling zu neuer Pracht.

Realität und Symbolik
Natürlich bleibt es die Entscheidung aller Eltern, wie sie Kindern die Ostergeschichte erklären, doch finde ich die Mischung aus realer Geschichte und Symbolsprache gerade bei dieser Thematik besonders passend. Denn Jesus am Kreuz begegnet Kindern an vielen Orten und löst in ihnen Fragen aus, die sie uns glücklicherweise stellen. Sie interessiert hier aber die reale Darstellung einer Menschenfigur am Kreuz. Die Geschichte der Auferstehung wiederum ist in realen Bildern nicht zu erklären, doch mit einer Symbolsprache erhalten wir die Möglichkeit, Kindern die Grundidee näher zu bringen.

Zudem können wir uns als Eltern auch immer wieder vor Augen führen, dass wir nicht mit einer einzelnen Antwort Ereignisse erklären müssen, mit denen sich die Menschheit seit Jahrhunderten auseinandersetzt. Steht nicht vielmehr auch hier wieder die Offenheit für das Gespräch mit unseren Kindern im Vordergrund?

Autor: Veronika von erziehungsgedanken.com

Mutter und Psychologin, die Theorie und Praxis miteinander verbindet. Was dabei entsteht? Entdeckt es selbst, bei erziehungsgedanken.com

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