Vertraut in euch!

Seht ihr euch nicht auch manchmal eure Kinder an und schreckt fast zurück, vor der Verantwortung, die ihr habt?
Ich glaube, dieses Gefühl der Angst kennen alle Eltern. Auch in meiner Beratung ist es immer wieder Thema: Wie soll ich das schaffen? Was ist, wenn ich einmal falsch reagiere? Was ist, wenn ich nicht dauernd da bin?
Fragen über Fragen, die in den Köpfen von Eltern herumschwirren und sie manchmal fast erdrücken.

Die Unwissenheit zu Beginn
Nicht immer ist bei der Entscheidung für ein Baby klar, was da alles auf die Eltern zukommt. Und das ist auch gut so. Denn wüssten wir vorher was wir neben der ganzen Freude auch für Ängste und Sorgen im Großwerden der Kinder durchleben werden, hätten wir uns dann wirklich für ein Kind oder sogar mehrere entschieden? Oder hätten wir uns aus Furcht vor der Last der Verantwortung dagegen entschieden.
Schon in der Schwangerschaft ist das Ungeborene davon abhängig, dass sich die Mutter gesund ernährt, dass sie Stress vermeidet und ähnliches, und vor allem, dass sie in Kontakt mit dem Kind ist. Das ändert sich auch nicht. Babies und Kinder sind abhängig von den Erwachsenen, und das nicht nur in den Grundbedürfnissen wie Essen und Trinken, sondern vor allem auch hinsichtlich Bindung und Schutz. Sie brauchen Menschen, um sich gesund entwickeln zu können, um mit der Vielfältigkeit des Lebens umgehen zu können.

Respekt vor der Aufgabe
Wenn wir als Erwachsenen einen Moment im Alltag innehalten und unsere Kinder betrachten, stellt sich in manchen Momenten die Frage: Kann ich dir das alles bieten? Bin ich dir Mutter/Vater genug, dass du für das Leben gerüstet bist? Manchmal geht der Gedankenkreisel dann weiter in ein „Was ist wenn….“ Wenn wir uns darin verlieren, dann kommen wir nur schwer wieder raus und kommen uns unzulänglich vor. In solchen Momenten hilft mir folgender Gedanke von Anthony de Mello:

Es war einmal ein einbeiniger Drache, der sagte zu dem Tausendfüßler: „Wie dirigierst du bloß alle diese Beine? Ich werde gerade so mit einem fertig.“ „Die Wahrheit ist“, antwortete der Tausendfüßler, „ich dirigiere sie überhaupt nicht.“

Als Eltern sind wir uns nicht immer sicher, ob wir das Richtige tun, ob wir unseren Kindern genug für ihren Lebensweg mitgeben. Vielleicht hilft uns dann der Rat des Tausendfüßlers und verzichten auf das Dirigieren und beginnen wieder mehr zu vertrauen.

Autor: Veronika von erziehungsgedanken.com

Mutter und Psychologin, die Theorie und Praxis miteinander verbindet. Was dabei entsteht? Entdeckt es selbst, bei erziehungsgedanken.com

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