Hin und wieder verwöhnen streichelt die Seele aller

Heute traue ich mich einmal an ein sensibles Thema heran. Wobei ich versuchen möchte, einen speziellen Aspekt mit euch zu diskutieren.

Kann ich das haben?
Alle Eltern kennen die heikle Situation des Einkaufens. Geht man mit Kindern in den Lebensmittelladen oder gar in ein Spielwarengeschäft, kommt unweigerlich die Frage „Kann ich das haben?“ Und dann geht die Diskussion los – sowohl die zwischen Eltern und Kind, als auch in uns als Eltern selber. Ich muss aber zugeben, dass ich immer wieder gemerkt habe, dass sich die Gedanken in meinem Kopf weniger darum drehen, ob ich den Konflikt mit meinem Kind in der Öffentlichkeit scheue, denn das tue ich immer weniger.

Meine Frage dreht sich um einen anderen Punkt:
Das Leben von Kindern wird sehr stark von außen bestimmt. Erwachsene bestimmen, wann es Essen gibt, wann sie ins Bett gehen, was sie zu essen bekommen, ob sie Schokolade bekommen usw. Als Erwachsener ändert sich hier einiges, wenn auch nicht alles. Ich kann zum Beispiel selber meinen Gelüsten nachgehen und mir am Abend zum Fernsehen noch eine Schokolade gönnen. Ich muss nur meine innere Stimme überhören, die mich aber nicht real davon abhält, den Schrank zu öffnen und die Süßigkeit herauszunehmen.
Ähnlich ist es für mich als Erwachsener in Geschäften – bei mir besonders gefährlich: ein Büchergeschäft. Auch wenn ich schon zwei neue Bücher in der Hand habe, aber noch einen tollen Krimi entdecke, von dem ich das Gefühl habe, ihn unbedingt zu brauchen, kann ich hingehen und dieser Leidenschaft nachgehen. Ich drehe vielleicht noch zwei Runden um das Regal, aber schlussendlich kann ich mir das gönnen.

Die Grenzen im Leben eines Kindes
Ein Kind erlebt das anders. Es ist immer abhängig von der Zustimmung des Erwachsenen.
Versteht mich recht: Wir haben als Eltern auch Verantwortung und dürfen nicht immer den Wünschen unserer Kinder nachgeben – schließlich können wir das bei unseren eigenen ja auch nicht. Aber wir müssen auch das Bedürfnis unserer Kinder verstehen, dass sie sich manche Dinge, die sie entdecken, wirklich wünschen.
Und ich denke, wir als Eltern kennen unsere Kinder so gut, dass wir abschätzen können, ob das nur eine Begierde in der aktuellen Situation ist oder ob die Freude über das Gekaufte länger anhält. Auch wissen wir, ob wir ihnen bereits im vorherigen Geschäft oder beim gestrigen Einkauf etwas geschenkt haben.

Es ist eine Sache der Abwägung, auch unseren Kindern einfach aus Freude ohne Anlass etwas zu schenken und die Freude in ihren Augen zu erleben. Kontraproduktiv ist es aber, sie so zu verwöhnen, dass sie den Wert von Geschenken nicht mehr erkennen oder sogar verlernen, sich über Kleinigkeiten zu freuen.

Autor: Veronika von erziehungsgedanken.com

Mutter und Psychologin, die Theorie und Praxis miteinander verbindet. Was dabei entsteht? Entdeckt es selbst, bei erziehungsgedanken.com

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