Mutig rein ins Abenteuer!

Der Mensch neigt dazu, immer wieder seine Grenzen auszutesten. Manche suchen ihre Herausforderung in den Bergen: Welche Höhe können sie noch erwandern? Andere nehmen im Winter bevorzugt die schwarzen Pisten, um zu erfahren, ob sie sie bewältigen können. Manch einer dagegen besucht Freizeitparks und probiert immer waghalsigere Achterbahnen aus. Ziel kann dabei sein, seine Grenzen auszuloten, Nervenkitzel zu suchen oder hin und wieder auch der Weg zur Selbsterfahrung, wenn zum Beispiel der Jakobsweg erlaufen wird.

Herausforderung gefunden
Ich halte mich selber nicht für einen besonders mutigen Menschen. Ich mag Höhe nicht so gerne, nehme eher die gemütlichen Pisten im Winter und mag gerne Wanderwege, bei denen ich nicht darauf achten muss, ob ich noch genügend Luft bekomme, sondern auch die Aussicht genießen kann. Dennoch frage ich mich manchmal, ob ich mit meiner Entscheidung zur Mutterschaft nicht die mutigste Entscheidung getroffen habe, die ein Mensch treffen kann – und das wahrscheinlich noch, ohne wirklich alle Konsequenzen gekannt zu haben:

  1. Grenzerfahrung
    In welchem Sport gibt es mehr Grenzerfahrungen, als in der Elternschaft? Wenn ein trotziges Kind vor dir steht und du dir die Haare raufst, weil du keine Lösung für die Situation weißt? Oder wenn du, selber müde vom Tag, dich nur noch nach dem Bett sehnst, dein Kind aber gerade an diesem Abend nicht einschlafen kann. Alle Eltern können nachfühlen, dass diese Erfahrung der eigenen Belastungsgrenzen bzw. der Erschöpfung durch nichts zu übertreffen ist.
  2. Adrenalin
    Ich glaube, dass ich noch nie einen solchen Adrenalinschub verspürt habe, als wenn eines meiner Kinder plötzlich schmerzerfüllt aufschreit. Es kann sich zwar um einen folgenlosen Unfall handeln, aber im ersten Moment ist mein Körper überschüttet vom Stresshormon, das Herz rast und im Kopf surrt alles.
  3. Selbsterfahrung
    Mein Leben ist auf Grund meines Berufs stetig begleitet von professionellen Selbsterfahrungssitzungen. Und dennoch habe ich in meiner bis jetzt vier Jahre andauernden Mutterschaft durch meine Kinder beinahe mehr über mich selber gelernt als durch jede Fachkollegin. Sie sind ehrlich und konfrontieren dich. Sie spiegeln dir dein Verhalten. Zudem werde ich auch wieder mit meiner eigenen Kindheit konfrontiert – aus der Sicht als Kind, als auch aus Sicht der Eltern.

Größte Mutprobe
Kurz und gut würde ich mich trauen zu sagen, dass die Entscheidung, Eltern zu werden, die Verantwortung für einen anderen Menschen zu übernehmen, die größte und vor allem lebensbegleitendste Mutprobe ist, die wir treffen können. Gleichzeitig ist und bleibt es die dankbarste und erfüllendste Sache, für die man sich entscheiden kann.

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