Die Schweine gähnen um 08:03!

Kennt ihr das auch? Euer Kind wünscht sich seit Wochen jeden Abend die gleiche Gute-Nacht-Geschichte…

Eine kleine Unaufmerksamkeit
Bei unserer zweijährigen Tochter ist es aktuell „Das große Gähnen“, das wir abends vor dem Schlafengehen noch lesen. Dabei wird immer eine Uhrzeit erwähnt und, welches Tier sich gerade für das Bett fertigmacht und gähnt. Sie amüsiert sich dabei köstlich und kann es anscheinend gar nicht oft genug hören. Ich selber habe das Gefühl, ich kann das Buch schon auswendig.
Doch letzthin wurde ich eines Besseren belehrt.
Wieder einmal liegen meine Tochter und ich gemeinsam in ihrem Bettchen und widmen uns diesem Buch. Ich hatte den Eindruck, dass sie schon fast weggeschlafen ist, denn wo sie normalerweise lautstark mit den Tieren mitgähnt, war es dieses Mal eher ruhig. Und dann kam ich zur Seite mit den Schweinen. Da stand „Es ist gerade acht Uhr drei…“. Ich schon etwas müde und unkonzentriert las „Es ist gerade acht Uhr zwei…“. Ich habe den Fehler zwar bemerkt, hielt es aber nicht für so wesentlich und hab einfach weitergelesen. Da wurde ich von der Seite gestört und meine Tochter hat mich darauf hingewiesen „Mama! Acht Uhr DREI“!
Ich war sprachlos und fasziniert, wie ein so kleines Geschöpf so aufmerksam sein kann und sich eine scheinbare Kleinigkeit merkt.

Der Geist eines Kindes schläft nie!
Dieser kurze Ausschnitt aus dem Leben mit einem Kind hat mir wieder einmal zwei Dinge verdeutlicht: Kinder lernen durch Wiederholung und es macht durchaus noch mit größeren Kindern Sinn, Geschichten oder Lieder immer wieder zu lesen und zu singen. So können sie sie sich besser merken und nehmen teilweise sogar Dinge wahr, die uns Erwachsenen verborgen bleiben.
Und gleichzeitig führte es mir wieder vor Augen, dass wir unsere Kinder nicht unterschätzen dürfen. Sie registrieren viel mehr Dinge, als wir Erwachsene vermuten – sogar, wenn wir den Eindruck haben, dass sie doch eigentlich schon schlafen 😉

Habt ihr auch solch Erfahrungen zu bieten? Ich freue mich auf eure Geschichten!

Die dehnbare Bedeutung des Begriffs „GLEICH“

Heute möchte ich mit euch wieder einmal eine Selbstbeobachtung teilen…

Im Laufe eines ganzen Tages, den man mit seinen Kindern verbringt, hört man immer wieder den Satz „Mama! Kannst du mir das machen?“, „Mama! Kannst du mir das geben?“, „Mama! Kannst du mir das reparieren?“ Sätze wie diese häufen sich und meistens lautet die Antwort: „Ja! ich komm gleich!“, „Ja! Ich mach das noch schnell fertig, dann helfe ich dir gleich!“.
Ich mach dann noch eine Arbeit fertig, aus der sich dann meistens noch eine zweite ergibt. Natürlich passiert es dann auch manchmal, dass ich mein Versprechen vergesse.

Der Schmetterling
Unser Sohn hat aus dem Kindergarten einen Bügelperlen-Schmetterling mitgebracht und mir voller Stolz gezeigt. Gemeinsam haben wir uns dann überlegt, wo wir ihn aufhängen könnten. Da aber zunächst das Mittagessen auf dem Programm stand, versprach ich, ihn gleich danach aufzuhängen. Naja, ihr kennt das ja… Zunächst Essen, dann der Abwasch, dann der Versuch, ob das Jüngste nicht doch noch einen Mittagsschlaf machen möchte usw… Die Aufgaben gingen ineinander über und der Schmetterling wurde vergessen. Und irgendwann am Nachmittag, als ich es mir gerade mit einer Tasse Kaffee in der Sonne gemütlich gemacht habe – da die Kinder ruhig spielten – kam von meinem Sohn plötzlich der Hinweis: „Mama! Du hast den Schmetterling vergessen!“ Und da nützte es nichts, dass ich gerade einmal einen Augenblick gesessen bin. Das Versprechen musste ich einhalten! Und ich habe mich bei meinem Sohn auch entschuldigt, denn es ist natürlich nicht in Ordnung, wenn ich Dinge verspreche und sie dann nicht einhalte.

Keine leeren Versprechungen!
Im Laufe eines Tages sagen wir häufig „gleich“ zu unseren Kindern. Denn wir können auch nicht immer sofort alles liegen lassen, nur weil sie ein Anliegen haben. Doch wenn wir sie auf später vertröstet haben, dann muss das „Später“ auch tatsächlich stattfinden. Am besten ist natürlich noch eine genauere Information für das Kind wie „Wenn ich fertig gekocht habe“ oder „Wenn ich den Topf abgewaschen habe“. Sie sollen das Gefühl haben, in ihren Anliegen ernst genommen zu werden, aber gleichzeitig auch einen Moment warten zu lernen. Gemacht werden muss es dann von den Erwachsenen auf jeden Fall. Schließlich ärgere ich mich selber ja auch darüber, wenn ich jemand anderen mehrfach um etwas bitte und es wird, obwohl versprochen, einfach nicht erledigt!