Die Kinder-Magneten

In den letzten Tagen durfte ich wieder mit einem Phänomen näher Bekanntschaft machen, das ich gerne die „Kinder-Magneten“ nenne und mir die Frage stelle: Ist unser Haus/unsere Wohnung geschrumpft?

Doch zu wenig Platz?
Kennt ihr das auch, wenn ihr am Morgen noch die Zeitung fertiglesen und den Kaffee austrinken möchtet, und der Stuhl, auf dem ihr sitzt, scheint plötzlich der einzige im Raum zu sein, sodass auch die Kinder unbedingt draufsitzen wollen? Oder wenn ihr in der Küche steht, das Mittagessen kocht und der Bereich um den Herd, der ansonsten völlig uninteressant ist, auf einmal der zentrale Spielplatz wird? Auch sehr spannend finde ich immer wieder folgende Situation: Ihr überwindet euch endlich und putzt das Bad. Und so vertieft die Kinder vorher in ihr Spiel waren, stehen sie plötzlich in der Tür und kein anderer Raum scheint mehr zu existieren. Die Steigerung ist noch, wenn ihr den Boden nass aufwischt und die Kinder in der ganzen Wohnung keinen anderen Fleck finden, auf dem noch gelaufen werden kann.

Wenn das Telefon klingelt…
Der größte Kinder-Magnet aber ist und bleibt das Telefon! Folgende Situation: Ihr spielt schon seit dem Morgen mit euren Kindern die unterschiedlichsten Dinge und dann klingelt das Telefon. Ob privat oder ein kurzes geschäftliches Gespräch, ihr wollt einfach rangehen. Natürlich gebt ihr den Kindern davor einen kurzen Wink, dass ihr ins Zimmer nebenan geht, damit ihr einen Moment in Ruhe telefonieren könnt, und dass sie einfach weiterspielen sollen. Naja, ihr wisst was kommt: Kaum habt ihr euch von den Kindern abgewandt, kleben sie an eurem Bein. Sie folgen euch in das andere Zimmer, aber nicht nur das, sie wollen sich plötzlich unbedingt mit euch unterhalten oder sie wollen plötzlich gleichzeitig das eine Spielzeug haben, das eigentlich schon seit Tagen am gleichen Platz liegt. Und natürlich könnt ihr darauf wetten, dass sich mindestens ein Kind während des Telefonats den Kopf anschlägt und lauthals weint. Und auch wenn ihr das Zimmer wechselt, folgen euch die Schatten. Ein Absperren des Badezimmers scheint häufig die einzige Lösung, doch schaffen es die Kinder mit ständigen Schnalle-Drücken oder Rufen, euch auch hier die Ruhe zu vermiesen.
Und das Faszinierendste: Sobald man aufgelegt hat, ist man wieder völlig uninteressant und die Kinder wenden sich wieder brav und ruhig ihren Spielsachen zu.

Es gibt sie nicht…
Wenn auf Nachfrage über mögliche Lösungen in diesen Situationen sogar erfahrene Mütter und andere Fachpersonen nur ratlos den Kopf schütteln und die Antwort lautet „Da kannst du nur warten, bis es sich auswächst“, weiß ich wieder, dass es sie eben nicht gibt: die immer funktionierenden Rezepte in der Erziehung! Manchmal nützt einfach nur Geduld und Hoffen in die nächsten Entwicklungsschritte…

PS: Kennt ihr noch andere „Kinder-Magnete“?

3 Gedanken zu “Die Kinder-Magneten

  1. Das ist bei uns haargenau das Gleiche…nur habe ich das Generve im Doppelpack: Zwillinge, Junge& Mädchen, gerade 5 geworden.
    Es gibt kein Mittel dagegen, man redet mit der Wand (habe mal im Nachhinein mit ihnen darüber gesprochen und erklärt usw usw, in der Hoffnung dass es beim nächsten Mal anders läuft- nö.)!
    Und da Zeterei und Gemecker genauso wenig wirkt wie mein „Gespräch“, kann man solche Situationen einfach nur stoisch über sich ergehen lassen.
    *Seufz*

    Gefällt 1 Person

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