Der Beruf des Antimateurs!

In vielen Haushalten steht aktuell die Planung des Sommerurlaubs auf dem Plan. Manche tendieren zu All-inclusive-Hotels. Meistens sind dabei auch Animateure anzutreffen.

Wenn man im Internet recherchiert, stolpert man zum Beispiel über die folgende Definition auf Wikipedia. Hier wird der Begriff des Animateurs beschrieben als „die Bezeichnung für einen professionellen Unterhalter und Gästebetreuer. Animateure sollen Fröhlichkeit und Lebensfreude ausstrahlen, gute Laune verbreiten und durch geeignete Aktionen (Animation) dafür sorgen, dass sich Gäste oder Kunden wohlfühlen und nicht langweilen.“

Ihr auch?
Kommt ihr euch nicht auch manchmal vor, wie die Animateure eurer Kinder? Bereits am Morgen wird versucht, Fröhlichkeit beim Aufwecken zu verbreiten, und  es zieht sich eigentlich über den ganzen Tag, bis hin zum Einschlafritual. Auch in vielen Erziehungsratgebern wird empfohlen, das Kind zu animieren. Wenn es sich zum Beispiel am Morgen nicht anziehen und zum Kindergarten gehen will, dann soll man daraus ein Spiel machen. Oder wenn ein Kleinkind seinen Brei nicht aufisst, dann liest man ja manchmal den Spruch „Hier kommt der Hubschrauber und bittet um Landeerlaubnis“, begleitet von entsprechenden Lauten und der Hoffnung, dass sich der Mund öffnet.

Ich komme jedoch nicht umhin, mich immer wieder zu fragen, ob das die Aufgabe von Eltern ist. Wir hatten so ein ähnliches Thema schon vor ein paar Wochen, als wir uns mit den Gefühlen und Emotionen beschäftigt haben: Müssen Eltern ständig gut drauf sein, alles zu einem Spiel umwandeln und die Kinder unterhalten?!

Auch Kinder müssen einen Beitrag leisten
Nicht nur, dass das für Eltern anstrengend ist, es fehlt auch jegliche Authentizität. Denn es ist nicht alles ein Spiel und manchmal muss man auch Dinge tun, die man nicht tun mag. Auch wenn Kinder Kinder sein und die Kindheit genießen sollen, ist es notwendig, dass sie ihren Beitrag für das Funktionieren einer Familie leisten. Nur wenn alle Mitglieder helfen, läuft das Rädchen rund. Das heißt auch, dass sie Dinge tun müssen, die sie vielleicht nicht tun wollen.

Zudem haben Kinder genau wie Erwachsene manchmal einen schlechten Tag. Natürlich sind dann die Eltern für sie da, wenn sie gebraucht werden, aber: manchmal wollen Kinder dann einfach auch nur ihre Ruhe haben und selber dafür sorgen, dass sich ihre Laune bessert.

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