Einen Moment! Ich hab’s gleich!

Ich möchte gerne eine Ergänzung zu meinem letzten Blog-Beitrag vom 2.2.2017 schreiben. Es gibt zwei wichtige Dinge in diesem Zusammenhang, die ich gerne ansprechen möchte: „Geduld“ und „Umgang mit Fehlern“.

Immer mit der Ruhe
Wenn Kinder Sprache lernen, probieren sie sie aus. Immer mehr gewinnen sie Freude an dieser Fähigkeit. Und manchmal stoßen sie dabei natürlich auch an ihre Grenzen. Da möchten sie etwas mitteilen und ihnen fällt das Wort nicht ein. Oder sie hatten gerade einen Gedanken, der ganz schnell wieder verschwunden ist. Dennoch möchten sie ihn eigentlich noch zu Ende überlegen.
Und nun kommt mein Aufruf zur Geduld!
Lassen wir als Erwachsene den Kindern die Zeit, um zu überlegen. Wenn sie ein Wort suchen, sollten wir einfach abwarten, bis sie es gefunden haben oder sie uns um Hilfe bitten. Dieses Aufbringen von Geduld ist für ein Kind unendlich wichtig, denn es merkt, dass ihm wirklich zugehört wird, und dass es den Raum für seine Erzählungen bekommt. Zudem: Wissen wir wirklich automatisch, was das Kind uns erzählen will?!

Tu schön sprechen!
Ein weiterer sensibler Punkt ist die Frage des Ausbesserns.
Ich möchte meine Überlegung anhand eines Beispiels zeigen.
An der Bushaltestelle habe ich ein Kind beobachtet, das voller Überschwang seiner Mutter ein Erlebnis mit seinem besten Freund erzählt hat. Dabei haben sich vor lauter Freude über die Geschichte in seinen Sätzen manche Worte verdreht und die Grammatik hat nicht mehr ganz gestimmt. Und die Mutter hat gelacht und nur gemeint „Wie erzählst du denn?“ Das Kind hat sie verwirrt angesehen und sich weggedreht. Die Erzählung war vorbei.

Natürlich sollen Kinder die richtigen Worte lernen, üben, sie richtig auszusprechen oder auch Sätze richtig zu konstruieren. Doch der Weg dahin ist ein sehr sensibler. Denn wenn wir als Erwachsene im Prozess des Lernens beim Kind ständig dazu tendieren, es nur zu korrigieren, dann wird es aufhören, Freude am Erzählen zu erleben.

Besserwisser
Lasst uns zum Abschluss einen kleinen Rollentausch machen: Wie ginge es uns, wenn wir in einer Unterhaltung keine Zeit zum Überlegen bekommen? Wenn das Gegenüber meint, es besser zu wissen? Oder wenn ein anderer uns auslacht, wenn wir etwas erzählen?
Die meisten von uns würden wahrscheinlich jede Unterhaltung mit dieser Person meiden. Wir können daher froh sein, dass Kinder nicht nachtragend sind und trotzdem wieder kommen und uns mit ihren Geschichten erfreuen.

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