Erziehung – eine bunte Vielfalt an Kompromissen!

Wenn wir den Begriff „Erziehung“ hören, dann entstehen Bilder wie Regeln, Grenzen, Auseinandersetzungen, Hierarchie o.ä. Im Vordergrund stehen immer negative Assoziationen, sodass man sich heute kaum mehr traut, den Begriff zu verwenden.

Gleichgewicht
Aber lasst uns doch einmal die Tätigkeit „Erziehung“ genauer betrachten: Handelt es sich dabei nicht vielmehr auch um eine stete Auseinandersetzung mit sich selber als Eltern und mit den Kindern? Es geht dabei nicht nur darum, dem Kind seine Grenzen aufzuzeigen und Verbote auszusprechen. Eltern müssen schauen, was ihr Kind braucht, um mit beiden Beinen fest im Leben zu stehen. Gleichzeitig ist es ihre Aufgabe, zu schauen, was die Familie braucht, damit sie funktioniert. Hier gilt es immer wieder abzuwägen und wenn notwendig Kompromisse zu schließen. Kompromisse zwischen dem, was Eltern genau in dem einen Moment möchten, und dem, was die Kinder in dem Moment brauchen.

Beispiele
Das Mittagessen ist fertig. Das Kind spielt am Boden mit seinen Autos. Es ist noch mittendrin in seiner erfundenen Geschichte und erwidert, dass eines der Autos kaputt ist, abgeschleppt und in die Werkstatt gebracht werden muss. Dann kommt es zum Essen.

Ein weiteres Beispiel: Eigentlich gibt es die Abmachung, dass das Kind den Schnuller aus dem Mund nehmen muss, wenn es redet. Nun spielt es ganz versunken mit seinen Puppen und spricht mit ihnen, obwohl es den Schnuller im Mund hat.

Ich denke, jedem von euch fällt sofort ein dazu passendes Beispiel ein. Und jedes Mal ist die Frage, bleibe ich bei meiner Regel oder schaue ich mir die Situation an, und frage mich, ob es eine Alternative gibt.


Offenheit

Als ich dieses Thema mit Bekannten besprochen habe, kam sofort der Einwurf „Aber dann gebe ich als Elternteil doch immer nach!“ Diese Haltung bringt uns jedoch in einen Machtkampf mit dem Kind und lässt uns blind werden für die Situation und ihren Inhalt.

Daher mein Titel für diesen Blog: … eine bunte Vielfalt an Kompromissen! Natürlich braucht es Rahmenbedingungen, aber innerhalb des Rahmens, und manchmal auch darüber hinaus, geht es für Eltern um Folgendes: Geht mit euren Kindern in Kontakt, nehmt Situationen wahr, in denen ihr und sie sich befinden. So findet ihr den passenden Weg, der euch gemeinsam an das gewünschte Ziel führt. Manchmal eben mit einem kleinen Umweg…

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