Ich bin doch kein Hubschrauber?!

Kennt ihr den Begriff der Helikopter-Eltern? Gemeint sind Eltern, die ständig um ihre Kinder „herumschwirren“.

Fall aus der Praxis
Mir begegnete der Begriff in einem Gespräch mit einer Klientin, die mir folgende Situation schilderte: Sie war mit ihren beiden Kindern – 5 und 2 ½ Jahre – am Spielplatz. Beide sind sehr neugierig und möchten alles ausprobieren, ob klettern, rutschen, schaukeln. Die Klientin versucht ihre Kinder darin zu unterstützen. Gleichzeitig fühlt sie sich wohler, wenn sie noch bei ihren Kindern dabeisteht. Wenn ihr Jüngster zum Beispiel bei der Rutsche die Leiter raufklettert, dann hat sie immer eine Hand bereit, um ihn aufzufangen, sollte etwas passieren.
Da sagte eines Tages ein befreundeter Vater zu ihr: „Du bist aber auch eine Helikopter-Mutter! Lass ihn doch einfach!“

Verunsicherung auf allen Seiten
Und mit der daraus entstandenen Verunsicherung kam die Mutter zu mir. Denn plötzlich wusste sie nicht mehr, wie sie sich verhalten sollte. Neigte sie wirklich zur Überbehütung? Wann ist es Zeit, Kinder alles allein ausprobieren zu lassen, ohne in der Nähe zu bleiben? Oder: Wie nah darf man bei einem Kind stehen, wenn es etwas Neues ausprobiert?
Tatsächlich ist es so, dass Kinder Ängste und Unsicherheiten seitens der Eltern spüren. Sie merken schon in sehr jungen Jahren, ob ihnen Dinge zugetraut werden oder nicht.

Gleichgewicht
Gleichzeitig braucht es die Anwesenheit der Eltern, um den Kindern Sicherheit zu vermitteln. Es ist diese Atmosphäre, in der sich Kinder trauen, Neues auszuprobieren, die Welt zu entdecken, und auch einmal die höhere Rutsche auszuprobieren.
Wie in vielen Punkten des Elternseins, heißt es bei diesem Thema auch ein Gleichgewicht zu finden, zwischen Loslassen und Präsenz; zwischen Vertrauen in die Fähigkeiten und eigenen Ängsten. Und dies ist ein für Eltern schwieriger Prozess, begleitet von vielen Fragen und Unsicherheiten.

Daher mein neuerliches Fazit – die Quintessenz meiner Erziehungstheorie: Achtet auf die Bedürfnisse eurer Kinder! Beobachtet sie, lest in ihren Reaktionen und wenn es schon möglich ist, fragt sie doch einfach! Genau so werdet ihr den richtigen Weg finden!

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